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Neue Holzfenster-Vielfalt


Die Holzfensterlandschaft hat sich gewandelt. Durch die Anforderungen in der Energieeinsparverordnung bzw. den Förderrichtlinien der KfW sind die Bautiefen angestiegen. Aber nicht nur das. Mit dem wachsenden Einsatz der CNC-Technik und der damit gewonnenen Flexibilität ist eine Fülle neuer Konstruktionen auf den Markt gekommen.

Diese neue Fenstervielfalt bzw. die Möglichkeit, objekt- oder kundenspezifische Lösungen anzubieten, sind gute Voraussetzungen, um sich vom Wettbewerb abzusetzen, aber auch um für das Holzfenster verlorene Marktanteile wieder zurück zu gewinnen.



Angesichts der Diskussion um den Einsatz von Tropenhölzern bzw. der schwankenden Verfügbarkeit setzen viele Fensterbauer wieder verstärkt auf die heimischen Holzarten wie Kiefer, Fichte oder Eiche bzw. auf Alternativen wie die Holzart Eucalyptus globulus oder andere, die zur Herstellung RAL-gütegesicherter maßhaltiger, nichttragender Holzbauelemente für den Außenbereich (Fenster, Türen, Fassadenelemente) von der Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren, Frankfurt/Main, zugelassen sind.

Der Marktanteil der modifizierten Hölzer wie Thermoholz oder Accoya ist jedoch im Holzfensterbau nach wie vor noch gering. Verantwortlich dafür sind zum einen die dafür fällige Aufpreis, aber auch die spezifischen Eigenschaften der Hölzer, die bei der Verarbeitung zu beachten sind und nicht zuletzt eine gewisse Vorsicht der Branche im Umgang mit Neuerungen.

 Rückbesinnung auf die Klassiker

Um den vielfältigen und teilweise auch widersprüchlichen Anforderungen an das Fenster gerecht zu werden, nehmen immer mehr Hersteller Verbundfenster-Konstruktionen in ihr Programm auf. Mit ihnen kann besonders hohen Anforderungen an den Schall- und Wärmeschutz ebenso Rechnung getragen werden, wie auch dem Gebot des sommerlichen Wärmeschutzes. Die Scheibenzwischenräume bieten die optimale Möglichkeit, um Raffstores und andere Sonnenschutzlösungen geschützt vor Wind und Wetter zu integrieren.


Gewinn an Flexibilität

 

Die CNC-Bearbeitungszentren eröffnen dem Holzfensterhersteller neue Freiheitsgrade. Mit der Flexibilität der Anlagen wird unter anderem der Weg frei für unterschiedlichste Flügelprofilierungen. Dabei fällt auf, dass der Trend ganz eindeutig weg von betonten Rundungen hin zu klaren Linien und einer kantigen Profilierung geht. Vereinfacht wird auch die Fertigung von stilgerechten Lösungen für den Einsatz im Altbau bzw. in denkmalgeschützten Gebäuden. 



Um Alternativen zu überfälzten Glasleisten bieten zu können wird die Flexibilität der Technologie dazu genutzt, um angefräste Glasleisten zu fertigen, die neben einem reduzierten Fertigungsaufwand auch den Vorteil einer höheren Dichtigkeit gegenüber in den Falzraum eindringender Luft haben. Die Voraussetzung hierfür ist eine mechanische Eckverbindung. Mit Hilfe von Wechselfalz-Lösungen kann bei Festverglasungen auf die üblichen Zusatzleisten verzichtet werden. Nur selten wird die Technik freilich genutzt, um den Kunden Fenster mit 4 mm  Falzluft und eingelassenen Schließteilen anzubieten. 



Dynamisches Marktsegment

 

Die Entwicklung hätte bis vor einigen Jahren noch kaum einer für möglich gehalten: der An-teil von Holz-Aluminium-Konstruktionen wird derzeit auf 8 Prozent geschätzt.

Im Gegensatz zu früher werden Holz/Alu-Fenster heute nicht mehr nur von klassischen Objektern angeboten, sondern auch von Fensterbauern, die über den Handel oder direkt an den Endkunden vermarkten. Dies sorgt für einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad im Kreis der Architekten und Endverbraucher.

Begünstigt wird die stärkere Marktbedeutung der Holz/Alu-Fenster zudem durch den heute deutlich geringeren Aufpreis gegenüber dem reinen Holz-fenster. Wird ein zweifarbiges Fenster gewünscht, so ist die Aluschale die preislich gleichwertige Alternative.

Mit dem Anwachsen der Stückzahlen wird eine Rationalisierung der Produktionsabläufe rentabel, macht eine zumindest teilweise Automatisierung Sinn, um die bisher praktizierte Manufakturfertigung abzulösen und den besagten Aufpreis zu drücken.

Der einzige Wermutstropfen bei dieser ansonsten erfreulichen Entwicklung: der Zugewinn an Marktanteilen für das Holz-Alu-Fenster gehen im wesentlichen zu Lasten des reinen Holzfensters. Tröstlich ist dagegen, dass damit eine deutlich höhere Wertschöpfung verbunden ist. 



Neue Möglichkeiten durch sicheren Schutz

Der zuverlässige Schutz durch die pulverbeschichteten Aluminium-Deckschalen macht den Einsatz von Hölzern wie Nussbaum, Kirsche, Buche, Esche etc. möglich, die ansonsten für den Einsatz im Fensterbau nicht geeignet sind. Oder neue Forme der Oberflächenbehandlung wie Ölen, Wachsen, Bürsten oder aber den Einsatz transparenter Lasuren, die die Schönheit der eingesetzten Hölzer besonders gut zur Geltung bringen.

Klare Konturen

Während lange Jahre sanft gerundete Profilkonturen hoch im Kurs standen, liegen jetzt betont kantige Konstruktionen hoch im Kurs. Diese Entwicklung ist auch im Bereich Holz-Aluminium zu verzeichnen. Neue Systeme, die auf den Markt kommen, werden als flächenbündige Konstruktion ausgelegt mit klaren, kantigen Konturen. Zur Verfügung stehen zudem Konstruktionen mit komplett verdeckt liegendem Flügel. Auch damit lehnen sich die Systemhäuser optisch an die Reinaluminium-Konstruktionen an.


Marktübersicht Holz- und Holz/Alu-Fenster

 Über all diese und weitere Entwicklungen und Trends informiert Sie Monat für Monat die Fachzeitschrift Bauelemente Bau. Die Oktoberausgabe steht dagegen ganz im Zeichen der Marktübersicht der Holz- und Holz/Alu-Fenster. Dank der Kooperation der für den deutschen Markt wichtigsten Fensterhersteller können wir Sie aktuell und umfassend über den aktuellen Stand der Technik informieren.

 

Die Tabelle mit den technischen Daten der Holz- und Holz/Alufenster-Konstruktionen bieten wir Ihnen auf der Startseite unserer Internetseite www.bauelemente-bau.eu als pdf-Datei zum kostenlosen Download an. Dort finden Sie unter der Rubrik „Archiv“ auch die Tabellen der anderen Produktgruppen.