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Holzfensterfertigung: Siegeszug der CNC-Technik


Ein wichtiger Themenschwerpunkt in Bauelemente Bau ist die Holzfenster- und –türenfertigung. Mit Berichten über neue Maschinen- und Werkzeugtechnologien befassen wir uns mit dem gesamten Wertschöpfungsprozess, angefangen bei der Holzoptimierung über die eigentliche Holzfenster-Fertigung bis hin zur Oberflächenbehandlung.

Die Voraussetzung für eine rationelle Fertigung der heute vom Markt geforderten Fenstervielfalt schaffen neue Fertigungskonzepte. Neben den klassischen Durchlaufanlagen kommen auf Grund der von den unterschiedlichen Kundengruppen geforderten Variantenvielfalt mehr und mehr auch CNC-gesteuerte Bearbeitungszentren der einschlägigen Maschinenhersteller wie Biesse, , Homag, Koch Technology, SCM, Weinig, Working Process etc. zum Einsatz. Das heißt die Anwender können heute auf ein deutlich erweitertes Angebot zurückgreifen. Und es wird wieder verstärkt über Konzepte zur Einzelteilfertigung diskutiert, vereinzelt auch die Fertigung hierfür komplett umgestellt.



An Stelle der klassischen Schlitz-Zapfen-Verbindung kommt in erster Linie die Dübel-Konter-Verbindung zum Einsatz, vereinzelt durch eine mechanische Schraubverbindung ergänzt, um bei angefrästen Glasleisten einen Austausch der Verglasung möglich zu machen.

Neue Werkzeugkonzepte

In Reaktion auf drastisch steigende Rohstoffkosten entwickeln Werkzeughersteller wie Leitz und Zuani neue Beschichtungstechnologien, die deutlich längere Standzeiten gewährleisten können. Die Hersteller reagieren damit zum einen auf die drastisch steigenden Rohstoffkosten und zum anderen auf die Anforderung der Kunden hinsichtlich Maschinenverfügbarkeit und einem möglichst geringen Rüstaufwand.

Branche vor dem Strukturwandel?

Durch die Novellierung der EnEV wird es zu weiteren Verschärfungen der Wärmeschutz-Anforderungen im Neubau kommen. Dadurch kommt eine stattliche Zahl von Fensterbaubetrieben jetzt zusätzlich unter Druck. Denn vielfach sind die bis jetzt eingesetzten Anlagen nicht für die Produktion von Holzfenstern mit erhöhten Bautiefen geeignet. Für viele Unternehmen stellt sich daher augenblicklich die entscheidende Frage, noch einmal umfassend investieren oder aber die eigene Produktion aufgeben und künftig als Bauelemente-Fachhändler weiter im Markt aktiv sein. Bei genauer Betrachtung alternativer Möglichkeiten besteht jedoch kein Grund allzu schnell die Flinte ins Korn zu werfen.

Der Werkzeughersteller Leitz hat speziell für kleine und mittlere Produktionsmengen das Werkzeugsystem „MultiTool“ entwickelt, das auf allen herkömmlichen Tischfräs- und Zapfenschneidmaschinen eingesetzt werden kann. Damit kann das von Leitz entwickelte Fenstersystem „ClimaTrend“ gefertigt werden, das den aktuellen Anforderungen entspricht.

Hochgradig vorgefertigt

Wer die eigene Fertigung partout nicht aufgeben möchte, dem bietet sich mit der Systemlösung von Schweikart Venstersysteme eine interessante Variante der Produktion. Das Unternehmen aus Sulz am Neckar bietet vorprofilierte Fensterkanteln mit Furnierbeschichtung für die Produktion von Holz-Aluminium-Fenstern. Der Vorteil der vor konfektionierten Lösung: Auf Grund der auf Gehrung gekonterten Eckverbindungen die mit Hoffmann-Schwalben plus Dübel sicher und dauerhaltbar verbunden sind, ist die Herstellung der Fensterteile einfach und kostengünstig. Zur Herstellung genügen eine (Doppel-)Gehrungssäge für den Längenzuschnitt, eine Keilnutfräse für den Schwalbensitz sowie eine Bohrmaschine für die Dübellöcher.



Technologiewandel in der Oberflächenbeschichtung

Das Gros der Fensterhersteller setzt auf einen vierstufigen Oberflächenaufbau. Und mehr und mehr auf den Einsatz eines Roboters zum Auftrag der Beschichtung ein. Erreicht wird damit eine deutlich höherer Präzision im Lackauftrag bei einem deutlich reduzierten Lackverbrauch. Zudem gehört die häufig auftretende „Wolkigkeit“ bei dunklen Farben der Vergangenheit an.



Auch bei den Trocknungsverfahren gibt es heute Alternativen: erste Holzfensterhersteller setzen bereist das umweltschonende Kältetrocknungsverfahren ein. Hierbei erfolgt die Trocknung mit entfeuchteter Luft, was insbesondere bei wasserbasierten Lacksystemen Vorteile bietet, da keine Heizungskraft benötigt und somit der Ausstoß von CO2 vermieden wird. Durch die Absenkung der Lackfilmtemperatur während der Trocknung wird eine verminderte oder ausbleibende Hautbildung erreicht, sprich die Oberflächen bleiben offen. Die sichere Trocknung auch bei hohen Schichtdicken gewährleistet. Weil sich die Holzfasern weniger stark aufstellen, reduziert sich außerdem der Aufwand für das Nachschleifen der Oberflächen.