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26.10.2015

Kollege Kleberoboter packt mit an


Um den Verglasungsprozesses zu automatisieren, hat der Fensterhersteller Söba in eine Glassortieranlage sowie einen Kleberoboter investiert.

Kollege Kleberoboter packt mit an


Die Söba Fenster und Türen GmbH in Söllichau/Sachsen-Anhalt war einer der ersten deutschen Kunststoff-Fensterhersteller, der die Klebetechnik eingeführt hat. Seit kurzem bietet das Unternehmen seine sechs verschiedenen Fensterlinien standardmäßig mit Scheibenverklebung an. Die Voraussetzungen für eine rationelle Fertigung wurden mit der Automatisierung des Verglasungsprozesses geschaffen. Hierfür hat das Unternehmen in ein Glassortierregal sowie einen Kleberoboter investiert. Dieser übernimmt das Einsetzen und Verkleben der immer größer und schwerer werdenden Scheiben.
„Wir wollen unseren Kunden innovative Produkte mit einem hohen Qualitätsstandard bieten. Um das gewährleisten zu können, braucht es eine innovative Fertigungstechnik, die für Prozesssicherheit und Genauigkeit sorgt und damit unseren Qualitätsansprüchen genügen kann", erläutert Geschäftsführer Ronald Czerwonatis die Gründe für die Investition.

Der Roboter in Aktion

Wie in vielen anderen Betrieben auch, war bei Söba bis vor kurzem nach der Montage der Beschläge im Flügel mit anschließender automatischer Verschraubung Schluss mit der Automatisierung. Mit der Installation einer Glassortieranlage wurde die Voraussetzung für den Einsatz eines Verglasungs- und Kleberoboters geschaffen. Die angelieferten Scheiben werden an der Aufgabestation der Glassortieranlage durch den Mitarbeiter auf mögliche Beschädigungen kontrolliert und per Barcode-Scanner registriert. Fehlbestände können durch den Soll-/ Ist-Vergleich mit der Bestellliste sofort erkannt werden. Ein Transport-Shuttle übernimmt die Scheiben und sortiert sie in die Fächer ein, die bis zu drei Scheiben aufnehmen können.
Die bei der Hochzeit gekoppelten Rahmen und Flügel werden gescannt und damit die dazu passende Scheibe aus der Glassortieranlage abgerufen und für den Verkleberoboter bereitgestellt. Fenster, die nicht mit dem Roboter verglast werden sollen, werden über einen Bypass daran vorbei geschleust.

Ist der „verheiratete" Fensterrahmen in der Klebezelle angekommen, nimmt der Roboter die bereit gestellte, passende Scheibe auf und setzt sie ein. Die Sauger sind alle einzeln ansteuerbar, so dass neben sehr großen bis 180 kg schweren Formaten auch sehr kleine Scheiben automatisch eingesetzt werden können. Ein Nachdrücken mit „Fingerspitzengefühl" sorgt dafür, dass die Scheibe sauber an der Dichtung und exakt zwischen den Dichtlippen für die Verklebung liegt. Dann wird die Scheibe vom Roboter ringsum im Falzgrund verklebt. Nach dem Aus-transport hat der Mitarbeiter nur noch kleine Halteklötzchen einzusetzen und die Glasleisten einzuschlagen. Damit kann die Scheibe ohne jegliche Wartezeit sofort transportiert werden.
Ausgelegt ist die Anlage auf Formate bis zu 3,5 Meter Breite und 3 Meter in der Höhe, so dass die komplette Produktpalette darüber laufen kann, inklusive der neuen Fensterserie EcoLux.

„Die Schwierigkeit für die Programmierung des Roboters liegt darin, dass er es mit unterschiedlichen Bautiefen und Maßen zu tun hat und wir bei der Hochzeit weitestgehend alle Anbauteile schon anbringen. Diese Herausforderung wird von vielen Roboterherstellern gescheut. AFS Federhenn hat sich dagegen dieser Aufgabe gestellt und bei uns gute Arbeit geleistet", berichtet Czerwonatis.

Den ausführlichen Bericht gibt es in der Novemberausgabe von Bauelemente Bau. Erscheinungsdatum wird der 12.11.2015 sein.

Wehr mehr über Söba erfahren will, klickt am besten hier.