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09.09.2016

Wie weit ist die BIM-Norm?


Niklas Brandmann, BIM-Teamleiter bei Wolff & Müller und Mitglied im BIM-Normenausschuss (links) und Carsten Pinn, Geschäftsführer PinnCalc aus Eckernförde (rechts).

Wie weit ist die BIM-Norm?
Fotos: Wolff & Müller / PinnCalc.


„Gerade die digitale Kommunikation wird in Zukunft immer wichtiger werden. Papierlose Fertigung und Liefermanagement per App sind bereits bei vielen unserer Kunden tägliche Praxis. Da liegt es nahe, auch im Bereich Projektplanung auf digitalen Informationsaustausch zu setzen. Viele Gespräche wurden schon mit unseren Kunden und Partnern geführt. Sicher wird es nicht mehr allzu lange dauern, bis BIM als Arbeitsmethode zum Standard wird", schätzt Carsten Pinn, Geschäftsführer bei PinnCalc, die Lage ein.

Damit dies auch zukünftig schneller vorangetrieben und vor allem vereinheitlicht wird, wurde bei der europäischen Normungsorganisation CEN (Comité Européen de Normalisation) das Technische Komitee CEN/TC 442 „Building Information Modelling (BIM)" mit norwegischem Vorsitz gegründet. Als erster Schritt wurden die ISO-Normen identifiziert, welche direkt in die europäische Normung übernommen werden sollten:

• ISO 16739:2013, Industry Foundation Classes
• ISO 29481-1, Building Information Modeling - Information Delivery Manual - Part 1: Methodology and Format
• ISO 29481-2, Building Information Modeling - Information Delivery Manual - Part 2: Interaction Framework
• ISO 12006-3, Building Construction - Organisation of Information about Construction Works - Part 3: Framework for Object Oriented Information

Deutschland muss sich positionieren

Um die europäische und internationale Normenlandschaft in Bezug auf BIM aktiv mitzugestalten, muss sich Deutschland positionieren. Aus diesen strategischen Gründen hat Deutschland die Leitung einer der CEN-Arbeitsgruppen (CEN/TC 442/WG 2 - Information Exchange), mit Vorsitz durch Herrn Dr. Thomas Liebich und betreut von Dipl.-Ing. Britta Grotewold aus dem Hause DIN, übernommen und parallel dazu nationale Gremien zur Spiegelung der europäischen und internationalen Arbeit gebildet.

Der Startschuss fiel am 01. April 2015, als der „Arbeitsausschuss BIM", NA 005-01-39 AA, bei DIN gegründet wurde. Unter diesem, ebenfalls von Dipl.-Ing. Britta Grotewold koordinierten und von Dr. Thomas Liebich als Obmann geleiteten, Hauptausschuss befinden sich die folgenden vier Arbeitskreise: Strategie, Datenaustausch, Informationsmanagement, Kataloge.

„Einführung steht mittelfristig bevor"

„Mittlerweile hat auch die Normung auf Europäischer Ebene mit der Begründung des Technischen Komitees CEN/TC 442 begonnen. Insgesamt haben wir vier Arbeitsgruppen gegründet. Der DIN-Ausschuss hat den Zuschlag für die Federführung der Arbeitsgruppe ‘Informationsmanagement‘ erhalten. Das war sehr wichtig, da Deutschland mit dieser Maßnahme großes Mitspracherecht bei der Umsetzung hat. Es war immer die Angst groß, dass uns eines Tages aus den europäischen Nachbarstaaten, wie z.B. England oder Skandinavien, in welchen BIM bereits bei öffentlichen Ausschreibungen zwingend gefordert ist, BIM-Richtlinien über Brüssel vorgeschrieben werden, die überhaupt nicht in unsere Normenlandschaft passen. Die Wichtigkeit der CEN-Normung: Eine CEN-Norm wird fast immer auch zu einer DIN-Norm. Deshalb steht nun auch auf der Normungsebene die Einführung von BIM mittelfristig bevor", fasst Niklas Brandmann, BIM-Teamleiter bei Wolff & Müller und Mitglied im BIM-Normenausschuss, zusammen.

Den kompletten Bericht zur aktuellen Lage lesen Sie in der September-Ausgabe von bauelemente bau.