15.09.2016

Berliner Modell macht Schule


Berliner Modell macht Schule
Regeln zur Holzbeschaffung bald auch auf Bundesebene gültig? Bild: Simon Rawles, WWF.


Das Berliner Modell zur öffentlichen Beschaffung von Holzprodukten könnte nach Einschätzung des WWF bald Eingang in den Beschaffungserlass des Bundes finden. Die beteiligten Ressorts haben zu einer entsprechenden Verbändeanhörung am 5. Oktober eingeladen. Der WWF begrüßt diesen Schritt. Er hatte Bund und Ländern empfohlen, sich bei den Richtlinien zur Beschaffung von Holz am Berliner Modell zu orientieren.

Lückenlose Nachverfolgung durch CoC

Bei der öffentlichen Beschaffung wie bei Bauaufträgen oder der Ausstattung öffentlicher Einrichtungen überprüft Berlin bei der Auftragsvergabe, ob das Holz aus nachhaltiger Quelle stammt: Von der Ernte bis zum verarbeitenden Betrieb muss die Nachhaltigkeit des Holzes nachgewiesen werden. In Berlin wird mit einem sogenannten CoC-Zertifikat (Chain-of-Custody. Dient der Rückverfolgung des Holzes vom Wald bis hin zum Endprodukt) oder mit dem jetzt neu hinzugekommenen Einzelnachweis die gesamte Handelskette überprüft. „Vorgaben zur Beschaffung von nachhaltigem Holz reichen nicht aus. Es braucht auch eine funktionierende Umsetzung und das entsprechende Monitoring. Nur so lässt sich der Raubbau von Wäldern effektiver verhindern", erklärt Johannes Zahnen, Referent für Forstpolitik beim WWF Deutschland. Neben dem Bund müssen auch die übrigen Länder nachziehen, fordert der WWF.

FSC-Zertifikat favorisiert

Neben einem verpflichtenden Monitoring zur Beschaffung zertifizierter Hölzer fordert der WWF, in den Beschaffungsrichtlichtlinien außerdem nur strenge Waldzertifizierungssysteme zuzulassen. Bisher werden aber oftmals Zertifikate verschiedener Qualität als gleichwertig bezeichnet. Dabei habe ein detaillierter Vergleich ergeben, dass das PEFC-Zertifikat (Programme for the Endorsement of Forest Certification) und das von ihm anerkannte malaysische Zertifizierungssystem MTCS für Tropenhölzer deutlich schwächer sei als das FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council), sagt Zahnen. Der WWF und viele andere Umweltorganisationen empfehlen daher die Priorisierung des international bislang am besten eingestuften FSC-Zertifikats. „Bund und Länder müssen endlich ambitionierte Regeln für die Beschaffung von nachhaltigem Holz einführen - und die Durchsetzung dieser Regeln dann auch kontrollieren", so Zahnen.

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