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01.12.2017

„Ultradur® Fenster sind günstiger und leichter"


bauelemente bau im Gespräch mit Dr. Kay Brockmüller, Project Manager Construction für Technische Kunststoffe bei BASF.

„Ultradur® Fenster sind günstiger und leichter
Dr. Kay Brockmüller. Foto: bb.


Die BASF hat eine zur Co-Extrusion mit PVC geeignete Variante seines Hochleistungskunststoffes Ultradur® entwickelt, welcher als aussteifendes Element die übliche Stahlverstärkung ersetzen kann. Hierüber haben wir in der November-Ausgabe von bauelemente bau berichtet. Als Project Manager Construction für Technische Kunststoffe bei BASF ist Kay Brockmüller sowohl für die Projektarbeit mit Profilherstellern, als auch für das Marketing des co-extrudierbaren Hochleistungskunststoffs Ultradur® mitverantwortlich. Mit ihm sprachen wir über die Kostenvorteile, die sich mit dem Einsatz von Ultradur® zur Aussteifung von Kunststoff-Profilen bieten, als auch über wichtige Eigenschaften wie Eckenfestigkeit, Schraubenauszugskräfte und die Möglichkeit des Recyclings.

Ultradur® kommt schon seit einigen Jahren als Ersatz der herkömmlichen Stahlaussteifung im Fensterbau zum Einsatz. Jetzt bieten Sie eine Variante an, die im Co-Extrusionsprozess verarbeitet werden kann. Worin liegt der Unterschied?

Die bisher verfügbare Variante hatte einen Schmelzpunkt von 223° Celsius, war daher nicht mit PVC co-extrudierbar. Hingegen hat das neuentwickelte co-extrudierfähige Ultradur® einen Schmelzpunkt nahe dem von PVC. Außerdem ist das co-extrudierbare Produkt - eine optimale Verarbeitung vorausgesetzt - etwa 30 Prozent steifer.

Welche Vorteile bieten sich damit?

Durch den Wegfall der Stahl-Aussteifung - die ja einen thermischen Kurzschluss in der Mitte des Profils darstellt - wird die Wärmeleitung von innen nach außen schlechter, damit die thermische Isolation deutlich besser. Mit der Co-Extrusion kann der Werkstoff nicht nur in Streifen, sondern in beliebigen Konturen eingebracht werden, um die aussteifende Wirkung noch besser auszuschöpfen. So kann Ultradur® ganz gezielt dort eingesetzt werden, wo es am effektivsten Kräfte aufnehmen kann. Das gilt zum einen für die statischen Lasten, also Windlast, Glaslast und Differenztemperatur. Die geringe Wärmeausdehnung von Ultradur® wirkt der Krümmung der Profile durch die Ausdehnung des PVC-Materials entgegen. Ein positiver Effekt hierbei ist, dass das Delta beim E-Modul zwischen Ultradur® und PVC umso größer wird, je höher die Temperatur ist. Wegen dieser anders funktionierenden Mechanik gehen wir auch davon aus, dass es bei geeigneter Konstruktion weniger Reklamationen bei Endverbrauchern von dunklen Profilen auf der Südseite geben wird - bedingt durch einen Nachschrumpf von PVC im heißen Sommer - als bei stahlversteiften Fenstern.

Wie fällt die Reaktion der Systemhäuser auf die neue Variante aus?

Das Interesse ist wesentlich größer, als wir erwartet hatten. Co-Extrusion ist ja bei allen Systemhäusern üblich, daher passt diese Technologie zu dem bisherigen Aufbau in den Fertigungshallen. Außerdem kann jeder Systemgeber durch die freie Formgebung so gestalten, wie er es für seine Produkte am geschicktesten findet. Es gibt bereits eine enge Zusammenarbeit mit einzelnen Firmen und nach der Veröffentlichung dieser Technologie sind wir jetzt bereits von mehreren Systemhäusern angesprochen worden.

BASF Ultradur
Über die Möglichkeit der Co-Extrusion kann der Werkstoff Ultradur® dort in der Profilkonstruktion platziert werden, wo mit den höchsten statischen und thermischen Belastungen zu rechnen ist. Grafik: BASF.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das komplette Interview lesen Sie in der kommenden Ausgabe von bauelemente bau, welche am 7. Dezember erscheinen wird.

Weitere Informationen zu Ultradur® finden auf der Webseite des Chemiekonzerns.


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