21.03.2016

Erneut ein Besucherrekord


bb-Messenachlese Teil I: Fensterbau Frontale und Holz-Handwerk 2016 Foto: Messe Nürnberg

Erneut ein Besucherrekord


Wer immer auch daran gezweifelt haben sollte, dass trotz elektronischer Medien, Email, Internet etc. die persönliche Begegnung für die an den Messen beteiligten Branchen unverzichtbar ist, dem hat diese Veranstaltung Klarheit geschaffen. Das seit vielen Jahren erfolgreiche Messeduo Fensterbau Frontale und Holz-Handwerk konnte erneut einen Besucherrekord einfahren. Der Zuwachs fällt freilich mit rund 110.000 zu rund 109.000 in 2014 eher moderat aus. Da wäre noch Luft nach oben gewesen, wäre der Zustrom der inländischen Besucher nicht durch den Beginn der Osterferien in so bevölkerungsreichen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Bayern sowie das gute Wetter ausgebremst worden.

Starke internationale Ausstrahlung

So hat der der deutliche Zuwachs bei den internationalen Besuchern auf Seiten der Fensterbau maßgeblich zum neuen Rekordergebnis beigetragen. Mit dem Anstieg um 13 Prozent gegenüber 2014 lag der Anteil der ausländischen Gäste heuer bei einem Drittel. Diese Entwicklung zeigt, dass die Strahlkraft der Fensterbau Frontale auch international weiter steigt. Dazu tragen auch die Aussteller mit der Erweiterung ihrer vertrieblichen Aktivitäten auf neue Regionen und Länder maßgeblich bei. Der Zuwachs an Besuchern aus Frankreich, Spanien und Italien kann aber auch als Indiz für die Schwäche des dortigen Messeangebots gewertet werden. Für eine wachsende Zahl von Besuchern offensichtlich der Anlass, den bisweilen doch recht weiten Weg nach Nürnberg auf sich zu nehmen.


Mit deutlich mehr Besuchern gegenüber 2014 hat die Messe am Mittwoch bereits einen guten Auftakt hingelegt, um sich dann am Donnerstag noch einmal zu übertreffen. Über 38.500 Besucher strömten in die Hallen - ein Spitzenwert, der im Nürnberger Messezentrum noch bei keiner anderen Veranstaltung an nur einem Tag erreicht wurde. Damit wurde nicht nur das Gelände, sondern auch viele Messestände an die Grenze ihrer Kapazität gebracht. Deutlich schwächer sollte sich dann schon der Freitag erweisen. An den Samstag hatten insbesondere die Aussteller auf Seiten der Fensterbau keine großen Erwartungen geknüpft. Und sollten damit nicht enttäuscht werden. Auf der Seite der Holz-Handwerk war es zwar etwas lebhafter, mit dem dichten Gedränge wie es in den Jahren zuvor für die Messe üblich war, jedoch nicht zu vergleichen. Der bisher starke Zuspruch am Samstag war für die Aussteller bisher das Argument, um am Samstag weiter festzuhalten und die Kollegen auf der Seite der Fensterbau mit ihrem Wunsch einer veränderten Laufzeit von Dienstag bis Freitag „abblitzen" zu lassen. Es steht zu vermuten, dass für die Entwicklung nicht allein die beginnenden Osterferien verantwortlich sind, sondern auch die Tatsache, dass das Handwerk mittlerweile mit ihrem Wochenende etwas anders anzufangen wissen, wie einen Besuch der Messe. Gerade die nachrückende Generation achtet stärker wie ihre Vorgänger auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Diskussion um den Samstag als letzten Messetag dürft damit auch auf Seiten der Holz-Handwerk eröffnet sein.

Eine neue Qualität

Nun sagt die reine Zahl der Besucher nicht zwangsläufig etwas über die Qualität der Messe und ihrer Besucher aus. Aber auch hier gibt es nach unseren Gesprächen mit vielen Ausstellern durchweg gute Noten. Die Besucher kämen gut vorbereitet und mit konkreten Anliegen auf die Messe, zeigten sich interessiert an Möglichkeiten für eine erhöhte Wertschöpfung in ihrem alltäglichen Geschäft. In diesen Besuchern dürften die Unternehmen, die bei ihrem Auftritt den Fokus eben darauf gelegt hatten, ein dankbares Publikum gefunden haben.

Auffällig war die Verschiebung der Themenschwerpunkte. War lange Jahre die Energieeffizienz und die weitere Verbesserung der Wärmedämmung von Profil- und Fenstersystemen das dominierende Leitthema, so rückten in diesem Jahr die Sicherheit in Form von Einbruchhemmung, Barrierefreiheit in Form sogenannter „Nullschwellenlösungen", aber auch Lüftung und Sicht- und Sonnenschutz stärker in den Vordergrund

Lebhaft diskutiert

Das beherrschende Messethema war freilich diesmal nicht eine herausragende Produktneuheit oder ein das übliche Messegerücht, sondern die veränderten Öffnungszeiten der Messe. Weil eine Vielzahl von Besuchern davon offensichtlich nichts wußte, gab es an den Messeingängen ein dichtes Gedränge von Besuchern, deren Geduld durch die lange Wartezeit auf eine harte Probe gestellt wurde. So dass sich die Messe gezwungen sah, die Pforten bereits vor dem eigentlichen Messebeginn zu öffnen.
Mit der Verlegung von 9 auf 10 Uhr sollten Messe- und Berufsverkehr entzerrt werden, um so die in den Vorjahren üblichen langen Staus sowie das dichte Gedränge in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu vermeiden. Viele Freunde der neuen Öffnungszeiten haben wir freilich im Laufe der vier Messetage nicht angetroffen. Die notwendige Entzerrung des Verkehrs hätte sich nicht eingestellt, hieß es häufig. Einige wenige plädierten dafür den Beginn auf 10 Uhr zu belassen, aber die Messe wie seither um 18 Uhr zu beschließen. Nur wenige waren dagegen mit der veränderten Laufzeit einverstanden, die Mehrheit der Gesprächspartner sprach sich dafür aus, es bei einem einmaligen Versuch zu belassen.
Wie aus der traditionell am Samstagmorgen abgehaltenen Beiratssitzung bekannt wurde, will die Messe selbst an den neuen Öffnungszeiten erst einmal festhalten. Für alles was neu sei, bedürfe es erst einmal einer gewissen Übung, hieß es. Und ein Messebeginn um 10 Uhr sei auch international üblich. Das mag sein. Das Handwerk hat freilich gegen 10 Uhr in der Regel schon einen guten Teil seines Tagwerks verrichtet. Denn dort ist ein Arbeitsbeginn gegen 7 Uhr langjährig geübt und an der Tagesordnung.

In der Aprilausgabe, die am 7. April erscheinen wird, veröffentlichen wir den ersten Teil unseres ausführlichen Messenachberichts. Im Mai legen wir dann noch einmal etwas ausführlicher nach.