04.07.2016

Roto-Vorstand gibt Brexit-Einschätzung ab


Der Brexit schade vor allem den Briten selbst. Kurzfristig seien für die Fenster- und Türenbranche keine gravierenden Änderungen zu erwarten.

Roto-Vorstand gibt Brexit-Einschätzung ab
„Für die Branche ist kurzfristig keine starke Auswirkung aufgrund des Brexits zu erwarten", schätzt Dr. Eckhard Keill die Lage ein. Foto: Roto.


Die mit knapper Mehrheit getroffene Entscheidung der Bevölkerung im Vereinigten Königreich, nach über 40 Jahren die Europäische Union zu verlassen, schadet vor allem den Briten selbst. Für den Fenster- und Türenmarkt und damit auch für das Geschäft exportorientierter Hersteller sind kurzfristig dagegen keine großen Auswirkungen des drohenden Austritts zu erwarten.

So lautet die Quintessenz einer aktuellen Einschätzung der Roto Frank AG. Der Beschlaghersteller aus Leinfelden-Echterdingen weist zugleich jedoch auf einen generellen Brexit-Effekt hin. Er steigere erheblich die ohnehin „ausgeprägte weltwirtschaftliche Unsicherheit", die etwa von der negativen Entwicklung in Russland und Brasilien ausgehe.

Schlechtes Signal für Europa

Im Einzelnen nimmt der Roto-Vorstandsvorsitzende Dr. Eckhard Keill mit diesen Worten Stellung: „Das am Ende überraschende Resultat der Volksbefragung ist politisch natürlich ein ganz schlechtes Signal für Europa. Wirtschaftlich dürften darunter die Briten selbst am meisten leiden. Die reale Gefahr, sich auf Dauer vom gemeinsamen Markt abzukoppeln, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine nachhaltige Wachstumsreduzierung bzw. -schwäche zur Folge."

Weiter führt Dr. Keill aus: „Dennoch sind alle Beteiligten gut beraten, den Verlauf der noch nicht einmal terminierten Austrittsverhandlungen abzuwarten, deren Ergebnisse ja frühestens 2018 in Kraft treten. Sollten sie u.a. dazu führen, dass zwischen Großbritannien und der EU wieder Zollschranken errichtet werden, wäre das in beiden Richtungen eine stark belastende Handelsbarriere. Erstaunlicherweise spielt in der gegenwärtigen Diskussion die Währungsseite nur eine geringe Rolle. Dabei ist klar, dass die zu befürchtende kräftige Abwertung des britischen Pfundes automatisch steigende Preise verursacht, die wiederum das Marktwachstum beeinträchtigen."

Risiken mittel- und langfristig keineswegs marginal

Bezogen auf die Branche besitzt Dr. Keill ebenfalls einen klaren Blick: „Selbstverständlich bleiben die genannten Faktoren nicht ohne Einfluss auf die Fenster- und Türenbranche. Kurzfristig erwarten wir jedoch keine gravierende Änderung. Die Risiken für die mittel- und langfristige Nachfragetendenz sind aber keineswegs marginal. So hätte eine dauerhafte Abwertung der britischen Währung beim Exportgeschäft unvermeidbar Konsequenzen für die Preisgestaltung. Insgesamt trägt der Brexit daher wirklich nicht dazu bei, die Wettbewerbssituation zu verbessern."

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