12.03.2019

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In Deutschland wird gebaut: Besonders die Randgebiete der großen Ballungszentren sind begehrt. Spitzenreiter war 2017 das Land Brandenburg mit rund 24 Bauvorhaben pro 10.000 Einwohner. Grafik: VQC.


Wo werden deutschlandweit am meisten Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut? Schaut man sich die 294 Landkreise an, so ist festzustellen, dass in 118 Landkreisen mehr als 18 Häuser pro 10.000 Einwohner gebaut werden. In den verbleibenden 176 Landkreisen ist die Bautätigkeit geringer. Generell wird in Städten bedeutend weniger gebaut als auf dem Land. Der Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V. (VQC) hat die Situation analysiert.

Die Sachverständigen des VQC betreuen bundesweit Ein- und Zweifamilienhäuser während der Bauphase und sorgen dafür, dass es beim Hausbau nicht zu bösen Überraschungen kommt. Mehr als 2.500 Häuser prüfen die Sachverständigen des VQC pro Jahr in Deutschland. Damit ist der VQC eine der großen Sachverständigen-Organisation in diesem Segment in Deutschland.

Das Berliner Umland wächst am stärksten

Das vor allem das Umland um die großen Zentren wächst, wird am Beispiel Berlin gut sichtbar. Im Land Brandenburg sind drei direkt an Berlin angrenzende Landkreise bundesweit unter den TOP 10: Dahme-Spreewald, Barnim (beide über 44 Baugenehmigungen pro 10.000 Einwohnern) und Teltow-Fläming (37,9 Baugenehmigungen). Die Stadt Berlin kann aber nur einen Wert von 4,8 Bauvorhaben pro 10.000 Einwohner aufweisen. Dabei warten fast alle an Berlin angrenzenden Landkreise mit Werten von über 25 auf. Damit ist der Ballungsraum Berlin in Sachen Einfamilienhäuser die am stärksten wachsende Region Deutschlands.

In Städten wird bedeutend weniger gebaut

Der Grund für die Diskrepanz zwischen Stadt und Land ist naheliegend und gilt symptomatisch auch für andere Gebiete in Deutschland: die Grundstückspreise in den Städten sind ständig gestiegen. Bezeichnend ist, dass gerade im Umland von Berlin so viel gebaut wird. Dies deutet darauf hin, dass die Preise trotz Nähe zur City noch erschwinglich sind. Dies gilt nicht für alle Regionen Deutschlands. Im Umland von Stuttgart (1,5) oder München (5,7) wird ebenfalls nicht so viel gebaut, da auch dort die Grundstückspreise bereits recht hoch sind.

Ob gebaut wird oder nicht hängt nach Überzeugung des VQC von vielen Faktoren ab. Der Grundstückspreis allein ist nicht entscheidend, sonst müsste in vielen Regionen bedeutend mehr gebaut werden. Nicht gebaut wird aus zwei Gründen: die Preise sind zu hoch oder die Attraktivität (Lebensqualität, Arbeitsplätze, kulturelles Angebot, etc.) ist zu gering. Ist die Attraktivität hoch genug und korrespondiert dies mit erschwinglichen Preisen, dann steigt die Anzahl der Bauvorhaben.

In Bayern boomt das Bauen

Schaut man die Landkreise mit den meisten Bauvorhaben an so fällt auf, dass es verschiedene Schwerpunkte gibt. Ganz vorne sind neben Berlin auch große Teile Bayerns. Die Landkreise um Straubing, Landshut, Regensburg, Ingolstadt und Nürnberg liegen häufig bei über 25 Bauvorhaben pro 10.000 Einwohner. Deutschlandweit auf Platz eins liegt der Landkreis Straubing-Bogen mit einem Wert von 46,7.

Auch der Norden ist gefragt

Die zwei nördlichsten Landkreise Deutschlands - direkt an der Grenze zu Dänemark - liegen beide unter den TOP 20. Schleswig-Flensburg nimmt mit 40,9 Bauvorhaben pro 10.000 Einwohnern Platz 4 ein. Der Landkreis Nordfriesland (32,5) liegt auf Platz 18. Generell ist die Bautätigkeit in Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich recht hoch. Dies gilt auch für die Landkreise zwischen Hamburg und Bremen.

Auch in der Weser-Ems Region wird viel gebaut. Dort gehören die Landkreise Ostfrieslands, das Emsland, Friesland, Ammerland und Artland zu den boomenden Regionen. Die Landkreise Cloppenburg (40,1) und Vechta (38,9) liegen bundesweit auf Platz 5 und 6 in Sachen Ein- und Zweifamilienhäusern. Damit wird im Norden Niedersachsens mehr gebaut als im Süden.

Die Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern

Im nordöstlichen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern fällt auf, dass vor allem an der Ostseeküste gebaut wird. Die stärkste Bautätigkeit lässt sich im Landkreis Nordwestmecklenburg (26,2) beobachten. Dieser grenzt an die Ostsee, umschließt die Stadt Wismar und grenzt im Süden an die Landeshauptstadt Schwerin. Die restlichen Landkreise an der Küste liegen zwischen 20 und 25 Bauvorhaben pro 10.000 Einwohner.

Rund um Trier wird gebaut

In Rheinland-Pfalz gibt es einige Landkreise unter den TOP 50. Insbesondere fallen hier der Eifelkreis Bitburg-Prüm (28,5) und Bernkastel-Wittlich (26,6) auf. Im Landkreis Trier-Saarburg werden immerhin noch 20,9 Häuser pro 10.000 Einwohner gebaut. Auffällig ist die unmittelbare Nähe zu Luxemburg und Belgien. Dies könnte laut VQC eine Ursache für die starken Bautätigkeiten sein.

„Häuslebauen" nicht mehr gefragt?

Natürlich wird auch im Ländle gebaut, aber im bundesweiten Vergleich tut sich Baden-Württemberg definitiv nicht mehr als das Land der „Häuslebauer" hervor. Nur neun der 35 Landkreise haben es überhaupt in die TOP 118 geschafft. Vorne dabei der Hohenlohekreis (24,6) auf Platz 50 und der Landkreis Biberach (22,5) auf Platz 65. Der Rest der neun Landkreise liegt auf der Schwäbischen Alb, am Bodensee und im Schwarzwald.

Viele Bundesländer mit wenig Bautätigkeit

Nimmt man die erteilten Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser für das Jahr 2017 als Grundlage, so fällt auf, dass die Bautätigkeit in vielen Bundesländern deutlich niedriger ist als in anderen. In Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, in Hessen und im Saarland schaffen es gerade mal 0 bis 3 Landkreise - mit mehr als 18 Bauvorhaben pro 10.000 Einwohner - in die TOP 118.

Die Homepage der Sachverständigen-Organisation erreichen Sie über diesen Link.


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VQC Landkreise 2017

 

Grafik: VQC.