13. Oktober 2026

Holzbau schafft neuen Wachstumsmarkt für Holzfenster

Nachbericht zum Thementag „Konsequent Holz“ bei Terhalle

Kai Pless, Geschäftsführer des Bundesverband ProHolzfenster (r.): „Der Holzbau zeigt, dass sich die Materialwahl im Bau verändert.“ Foto: Bundesverband ProHolzfenster

Der Werkstoff Holz gewinnt weiter an Bedeutung. Dennoch wird in modernen Holz- und Holz-Hybridbauten häufig nicht konsequent auf Holz als Rahmenmaterial für Fenster gesetzt. Dieses Thema diskutierte der Bundesverband ProHolzfenster mit den Gästen am 25. September 2026 beim Thementag „Konsequent Holz“, welcher bei der Terhalle Unternehmensgruppe abgehalten wurde.

Die Stimmung bei Terhalle in Ahaus war hoffnungsvoll: Die Branche sieht Rückenwind durch den wachsenden Holzbau, fordert aber mehr Wissenstransfer, passende Förderbedingungen und weniger Bürokratie. 24,4 Prozent der genehmigten Wohngebäude entstehen inzwischen überwiegend in Holzbauweise. Holz- und Holz/Aluminium-Fenster kommen im Wohnungsneubau dagegen auf einen Marktanteil von rund 17 Prozent. Der Bundesverband ProHolzfenster sieht in dieser Lücke erhebliches Wachstumspotenzial – vor allem im mehrgeschossigen Wohnungsbau und bei öffentlichen Gebäuden.

Für den Bundesverband ProHolzfenster ist die Differenz ein Hinweis auf einen Markt, dessen Potenzial bislang noch nicht ausgeschöpft wird. „In dem Segment, in dem das größte Wachstumspotenzial für den Holzbau steckt, steckt auch das größte Wachstumspotenzial für das Holzfenster“, sagt Verbandsgeschäftsführer Kai Pless. „Gerade im mehrgeschossigen Wohnungsbau und bei Objektbauten kann das Holzfenster problemlos mitspielen.“

Zusätzlichen Rückenwind erhält der Markt dadurch, dass bei Planung und Vergabe nicht mehr allein Investitionskosten und Energieverbrauch betrachtet werden. Lebenszyklusanalysen, Treibhausgasemissionen, Reparierbarkeit und die Verwendung nachwachsender Rohstoffe gewinnen an Bedeutung. Holzfenster können über Jahrzehnte genutzt, repariert und energetisch ertüchtigt werden; das Rahmenmaterial speichert zudem biogenen Kohlenstoff.

Entscheidungen fallen in der Planung

Noch ist das Holzfenster im Holzbau jedoch keine Selbstverständlichkeit. Ein wesentliches Hemmnis sieht die Branche in etablierten Planungs- und Vergaberoutinen. Gregor Bröcking, Geschäftsführer des münsterländischen Fensterbauunternehmens Bröcking, beobachtet in Ausschreibungen häufig übernommene oder standardisierte Vorgaben. Diese bildeten die technischen Möglichkeiten moderner Holzfenster nicht immer angemessen ab. Aus seiner Sicht müsse die Fensterbranche deshalb früher mit Architektinnen, Architekten und Planenden ins Gespräch kommen. Entscheidend seien Aufklärung und Wissenstransfer.

Für den Verband ist deshalb vor allem die frühe Planungsphase entscheidend. Ist ein Rahmenmaterial erst einmal in Planung und Ausschreibung gesetzt, lässt sich die Entscheidung im späteren Projektverlauf nur schwer verändern.

Holzbau fördern und Holzfenster mitdenken

Auch bei Förderprogrammen sieht die Branche Handlungsbedarf. Bund und Länder unterstützen klimafreundliches Bauen und teilweise gezielt den Einsatz von Holz. Stephan Gerwens, Geschäftsführer der Terhalle Tischlerei GmbH, plädierte deshalb beim gemeinsamen Thementag des Bundesverbandes ProHolzfenster und der Terhalle Unternehmensgruppe dafür, die Förderlogik auf das gesamte Gebäude zu beziehen. Wenn der Einsatz von Holz im Bau politisch unterstützt werde, stelle sich die Frage, warum Holz- und Holz/Aluminium-Fenster nicht stärker einbezogen würden.

Pless abschließend: „Der Holzbau zeigt, dass sich die Materialwahl im Bau verändert. Für unsere Branche kommt es jetzt darauf an, aus dieser Entwicklung einen größeren Marktanteil zu machen.“

Den vollständigen Nachbericht lesen Sie in der kommenden Ausgabe von bauelemente bau.

Auf die Homepage des Bundesverbandes ProHolzfenster geht es hier entlang…

…und zum virtuellen Auftritt der Terhalle Unternehmensgruppe gelangen Sie über diesen Link.

 

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