NAFS-Prüfungen nun auch am ift durchführbar
Wichtig vor der Prüfung der Schlagregendichtheit nach NAFS eine Kalibrierung der Wassersprühanlage nach ASTM E 331 mit Hilfe der Catch-Boxen. Foto: ift Rosenheim
Damit Hersteller von Fenstern und Türen ihre Produkte in den USA und Kanada auf den Markt bringen können, benötigen sie meist Prüfergebnisse nach dem North American Fenestration Standard (NAFS). Das bedeutet für Hersteller aus Deutschland und Europa meist eine aufwändige Abstimmung mit Prüflaboren in Nordamerika. Seit Juli 2026 ist das ift Rosenheim offiziell für Prüfungen nach NAFS, ASTM- und AAMA-Standards von der kanadischen Stelle SCC (Standards Council of Canada) akkreditiert.
Die System- und Objektprüfungen des ift Rosenheim können von Zertifizierungsstellen in Nordamerika anerkannt werden. Das erleichtert Herstellern aus Deutschland und Europa den Marktzugang und spart Zeit und Geld, da keine Reise- und Transportkosten für Prüfungen auf die andere Seite des Atlantiks anfallen.
Anforderungen aus der NAFS
NAFS ist die wichtigste Norm für Fenster, Türen sowie Dachverglasungen in Nordamerika und stellt Anforderungen an die Bauteile, ähnlich wie die europäische Produktnorm EN 14351-1. Prüfungen werden nach ASTM- und AAMA-Standards durchgeführt. NAFS unterteilt die Produkte je nach Einsatzbereich in bestimmte Leistungsklassen (Performance Classes):
- R (Residential) für Ein- und Zweifamilienhäuser,
- LC (Light Commercial) für größere Mehrfamilienhäuser und leichte Gewerbebauten,
- CW (Commercial Windows) für niedrige und mittelhohe Büro- und Gewerbegebäude,
- AW (Architectural Windows) für Hochhäuser und architektonisch anspruchsvolle Fassaden, bei denen eine häufige und extreme Beanspruchung der Fenster und Türen zu erwarten ist.
Innerhalb jeder Klasse beschreibt zusätzlich der Performance Grade die maximale Druckbelastung, der ein Bauteil standhält. Verpflichtend in allen Klassen sind Prüfungen auf Luftdurchlässigkeit, Schlagregendichtheit und Windlasten. Bei den höheren Leistungsklassen CW und AW kommen weitere Anforderungen hinzu. Welche Anforderungen Fenster und Türen in einem Bundesstaat oder für ein konkretes Bauvorhaben erfüllen müssen, klärt der Hersteller im Vorfeld. Das ift Rosenheim übernimmt dann die Probekörper-Auswahl, die Abstimmung des Prüfprogramms sowie die Prüfdurchführung. Am Institut werden derzeit am meisten Prüfungen nach Leistungsklasse CW nachgefragt.
Vorteile für europäische Hersteller
Bisher konnte das ift Rosenheim bereits NAFS-Prüfungen durchführen, die dann durch Kooperationen mit einzelnen Zertifizierungsstellen akzeptiert wurden. Mit der offiziellen Akkreditierung durch SCC sind Prüfungen nach über 20 der wichtigsten Verfahren aus der NAFS am ift Rosenheim möglich, beispielsweise nach ASTM E 283, E 330, E 331 oder E 1233. Mit dem Prüfbericht des ift Rosenheim können Kunden mit der Zertifizierungsstelle zusammenarbeiten, die ihren Markt- und behördlichen Anforderungen in Nordamerika am besten entspricht. Herstellern erleichtert die Akkreditierung zudem die Abstimmung und beschleunigt die Abwicklung, da der lange Transport der Probekörper zu einem Prüflabor in die USA oder nach Kanada entfällt.
„Die neue Akkreditierung unterstreicht unseren Anspruch, unseren Kunden in Europa einen weltweiten Marktzugang zu ermöglichen. Wer sowohl für den europäischen als auch den nordamerikanischen Markt prüfen lassen möchte, findet beim ift Rosenheim beide Leistungen unter einem Dach“, so Michael Breckl-Stock, Technischer Geschäftsführer des ift Rosenheim.
Mehr zum ift gibt’s über diesen Link.
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