17. Juni 2020

Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel gesucht

Foto: Erich Westendarp / pixelio

Mit dem Programm „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ will das Bundesumweltministerium (BMU) die Anpassungskompetenz in Deutschland stärken. Gesucht werden Vorhaben mit innovativen Ideen für die Anpassung an klimatische Veränderungen in Deutschland, wie zum Beispiel Hitze oder Starkregen.

Die Vorhaben sollen außerdem möglichst viele gesellschaftliche Bereiche einbinden und regionale Kooperationen vertiefen. Mit einer Förderung von bis zu 300.000 Euro unterstützt das Programm Unternehmen, Kommunen oder auch Bildungseinrichtungen und Verbände.

Die Schäden nehmen zu

Die heißen, trockenen Sommer der letzten beiden Jahre 2018 und 2019 sowie die Starkregenereignisse von 2016 und 2017 haben den Klimawandel und seine Folgen stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Schon heute verursacht der Klimawandel millionenschwere Schäden in Deutschland: Im Jahr 2018 erfasste die Versicherungswirtschaft 2,6 Milliarden Euro an versicherten Schäden an Häusern, Gewerbe- und Industriebetrieben durch Stürme, Hagel und Starkregen. Bund und Länder zahlten im gleichen Jahr Dürrehilfen in Höhe von 340 Millionen Euro.

Anpassung ist das Gebot der Stunde

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die Folgen des Klimawandels treten auch in Deutschland immer deutlicher zu Tage - mit enormen Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit. Dem können wir nur mit vorsorglichem Klimaschutz und wirkungsvoller Anpassung an den Klimawandel begegnen. Beides ist eine Chance für eine bessere, lebenswertere Zukunft. Das gilt für die Infrastruktur genauso wie für Wohngebiete oder die Landwirtschaft. Mit unserem Förderprogramm werden Unternehmen, Kommunen, Bildungseinrichtungen und andere lokale Akteure bei der Anpassung an den Klimwandel unterstützt."

Das Programm fördert Vorhaben in drei Schwerpunktbereichen:

Anpassungskonzepte für Unternehmen sowie die Entwicklung von Bildungsmodulen zu Klimawandel und –anpassung. Hier kann jeweils ein Zuschuss von bis zu 100.000 Euro beziehungsweise bis zu 200.000 Euro gewährt werden. Darüber hinaus werden kommunale Leuchtturmprojekte, die regionale Zusammenarbeit aufbauen, mit bis zu 300.000 Euro gefördert. Das Förderprogramm setzt auf Ergebnisse mit hoher Übertragbarkeit auf ähnlich betroffene Regionen und Akteure.

Mit der Umsetzung des Förderprogramms hat das BMU die Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) beauftragt. Projektskizzen können vom 1. August 2020 bis zum 31. Oktober 2020 bei der ZUG über easy-Online eingereicht werden (siehe ZUG-Website).

Zum Förderantrag

Bei vielversprechenden Skizzen folgt in der zweiten Phase des Auswahlverfahrens die Vorlage eines formellen Förderantrags.

Das Förderprogramm ist Teil der „Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ (DAS). Mit der DAS sollen Auswirkungen des Klimawandels in den Planungs- und Entscheidungsprozessen öffentlicher und gesellschaftlicher Akteure stärker berücksichtigt werden – insbesondere auf kommunaler und lokaler Ebene. Vergangene Förderrunden unterstützten beispielsweise Projekte zu Hochwassernetzen und zum Starkregenrisikomanagement, zur Abmilderung urbaner Hitze-Hotspots, zu strategischer Freiraumentwicklung in Städten oder zu Kooperationen in Weinbau-Landschaften. Ebenso wurden Bildungsmodule in der Landwirtschaft, im Katastrophen- oder im Gesundheitsschutz gefördert.

Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie über diesen Link.

 

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