9. Oktober 2026

Mit Wissen und Erfahrung in die Zukunft

bb-Nachbericht: 53. Rosenheimer Fenstertage 2026

Rund 680 Gäste aus 13 Ländern kamen zu den diesjährigen Rosenheimer Fenstertagen zusammen. Foto: bauelemente bau

680 Gäste aus 13 Ländern kamen am 7. und 8. Oktober zu den 53. Rosenheimer Fenstertagen zusammen. Unter dem Motto „Mit Wissen und Erfahrung in die Zukunft“ diskutierte die Fenster- und Fassadenbranche über aktuelle Marktbedingungen, neue Regelwerke und technische Entwicklungen. Das 60-jährige Bestehen des ift Rosenheim bot zugleich Anlass, auf frühere Herausforderungen zurückzublicken und den Blick nach vorn zu richten.

Bereits am Vortag der Fenstertage hatte die Mitgliederversammlung den Vorstand neu aufgestellt. Oskar Anders wurde als Vorsitzender bestätigt, Prof. Dr. Stefan Lackner bleibt stellvertretender Vorsitzender. Neu im Vorstand sind Doreen Krob, Florian Lindlbauer und Sebastian Windeck. Henner Klaas, Bernd Löffel und Oliver Windeck schieden aus. Winfried Heusler wird den Vorstand in der kommenden vierjährigen Amtszeit begleiten.

Bei der Jahrespressekonferenz informierten Oskar Anders und Dr. Jochen Peichl über die wirtschaftliche Entwicklung des Instituts. Nach einem Umsatz von 25,2 Millionen Euro im Jahr 2025 erwartet das ift Rosenheim für 2026 rund 26,3 Millionen Euro. Auch die Nachfrage nach Zertifizierungen außerhalb Europas nimmt zu. Mit der IT-Strategie 2030 will das Institut seine digitalen Prozesse und Plattformen weiterentwickeln und für den Einsatz Künstlicher Intelligenz vorbereiten.

Die offizielle Eröffnung der Fenstertage übernahmen Dr. Jochen Peichl und Oskar Anders. Anschließend begrüßte der neue Oberbürgermeister der Stadt Rosenheim, Abuzar Erdogan, die Teilnehmenden bei seiner ersten Antrittsrede auf der Veranstaltung.

60 Jahre ift Rosenheim

Den fachlichen Auftakt gestaltete Prof. Dr.-Ing. Winfried Heusler, Institutsleiter des ift Rosenheim. Unter dem Titel „Mit Wissen und Erfahrung in die Zukunft – Fenster und Fassaden gestern, heute und morgen“ erinnerte er daran, wie die Branche frühere Krisen durch technische Entwicklungen bewältigt hat – etwa mit Mehrscheiben-Isolierglas und der thermischen Trennung von Metallprofilen. Für die kommenden Aufgaben gab er sich zuversichtlich: „Die heutigen Herausforderungen können wir wieder bewältigen, aber nur gemeinsam.“

Zu den strategischen Handlungsfeldern zählen energieeffiziente und resiliente Gebäudehüllen, die Digitalisierung von Produkten und Produktionsprozessen sowie die Positionierung im Standard- oder Premiumsegment.

Gebäude müssen Mensch und Umwelt stärker berücksichtigen

Prof. Dr.-Ing. Klaus Sedlbauer von der Technischen Universität München stellte anschließend den Menschen und die Umwelt in den Mittelpunkt. Angesichts von Klimawandel, Energieverbrauch und demografischem Wandel müssten Gebäude Energie effizient nutzen und zugleich besser vor Hitze, Dürren und Stürmen schützen.

Fenster und Fassaden entwickeln sich damit von passiven Gebäudehüllen zu aktiven Steuerungselementen für Licht, Energie, Schall und Luft. Digitale Werkzeuge und KI-gestützte Planung können helfen, Nutzerbedürfnisse und bauphysikalische Anforderungen besser miteinander zu verbinden.

Geopolitische Risiken und neue Sicherheitsanforderungen

Einen Blick auf die geopolitische Lage und ihre Auswirkungen auf Unternehmen warf Prof. Dr. Peter R. Neumann vom King's College London. Der Sicherheitsexperte beleuchtete die Verschiebungen der globalen Ordnung und deren Folgen für Energiepreise, Lieferketten und die Beziehungen zwischen Europa und den USA.

Für Unternehmen und Politik werde es wichtiger, technologische Kompetenzen, wirtschaftliche Stärke und digitale Eigenständigkeit auszubauen. Das Thema Sicherheit erhielt damit eine Perspektive, die über den Schutz einzelner Gebäude hinausgeht.

Fachwissen als Grundlage für die Zukunft

Die 53. Rosenheimer Fenstertage zeigten, wie eng Marktbedingungen, technische Entwicklung und neue regulatorische Anforderungen inzwischen miteinander verbunden sind. Für die Fenster- und Fassadenbranche bleiben die Herausforderungen groß. Zugleich bieten Sanierung, Klimaanpassung, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft Ansatzpunkte für neue Geschäftsmöglichkeiten – vorausgesetzt, Unternehmen investieren in Fachwissen, qualifizierte Mitarbeiter und zukunftsfähige Prozesse.

Den vollständigen Nachbericht zu den 53. Rosenheimer Fenstertagen lesen Sie in der kommenden Ausgabe von bauelemente bau.

Auf die Homepage des ift Rosenheim geht es hier entlang.

 

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