22.03.2016

Studie bringt Licht ins Dunkel


VFF veröffentlicht eine in Auftrag gegebene Studie zur Branchenstruktur des Fenster- und Haustürenmarktes.

Studie bringt Licht ins Dunkel
Die Umsätze im deutschen Fenster- und Türenmarkt sind um 13,7 % gestiegen.


Der Fenster- und Haustürenmarkt in Deutschland entwickelt sich stabil. Laut der aktuellen durch das Künzelsauer Institut für Marketing im Auftrag des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) erstellten Strukturanalyse, die das abgelaufene Geschäftsjahr zur letzten Strukturanalyse in 2011 in Relation setzt, stiegen die Umsätze seitdem um insgesamt 13,7 Prozent - von rund 9,6 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf aktuell rund 10,9 Milliarden Euro. „Ein wichtiger Grund dafür liegt unter anderem in etwas höheren Produktpreisen und der zunehmenden Beliebtheit besser ausgestatteter und höherwertiger Produkte", erklärt der VFF-Geschäftsführer Ulrich Tschorn.

Gleichzeitig legten die Mitarbeiterzahlen von 99.600 Beschäftigten im Jahr 2011 auf aktuell 100.500 Mitarbeiter in 2015 zu. Das ist ein Plus von rund 900 Mitarbeitern oder eine Steigerung von rund einem Prozent. Reduziert hat sich hingegen die Unternehmensanzahl. Von 6.700 im Jahr 2011 auf 6.400 in 2015. Die größte Marktbereinigung hat sich dabei in der Beschäftigtenklasse zwischen 5 und 20 Mitarbeitern vollzogen. Der Prozess der Konzentration setzt sich nun durch die Reduktion der Fensterproduzenten bei den Kleinstunternehmen mit bis zu vier Mitarbeitern fort. Bei 87,4 Prozent der Unternehmen sind die Herstellungskosten gestiegen, im Branchendurchschnitt um 6,5 Prozent. Die Verkaufspreise stiegen seit 2011 insgesamt um knapp 3,5 Prozent, die Gesamtkapazität der deutschen Fensterbranche liegt aktuell bei etwa 17,3 Millionen Fenstereinheiten. Bei Haustüren beträgt sie 1,75 Millionen Stück, bei Wintergärten 46.000 Stück. Die Kapazität bei Fassaden liegt bei rund 1,9 Millionen Quadratmetern.

Höhere Umsätze im Fenster- und Haustürenmarkt

Die Fensterbranche erzielte 2015 einen Gesamtumsatz ohne Montage von rund 5,3 Milliarden Euro. Das ist ein Anstieg gegenüber 2011 (5 Milliarden Euro) in Höhe von knapp 6 Prozent. In der Haustürbranche wurden 2015 rund 1,62 Milliarden Euro umgesetzt. Der Anstieg beträgt gegenüber 2011 (1,42 Milliarden Euro) 0,2 Milliarden Euro beziehungsweise rund 14 Prozent. Die Produzenten von Wintergärten erzielten 2015 einen Umsatz von rund 215 Millionen Euro, Fassaden wurden für rund 844 Millionen Euro abgesetzt. Der Anstieg der Produktkosten ist im Wesentlichen auf die geänderte Produktbeschaffenheit, wie z.B. höhere Wärmedämmung durch mehr Bautiefe und andere Verglasungen, zurückzuführen.

Mitarbeiterzahl ist leicht gestiegen

Die Anzahl der Beschäftigten in der gesamten VFF-Branche stiegen von 99.600 im Jahr 2011 auf 100.500 im Jahr 2015, das ist ein Plus von rund einem Prozent. Der Löwenanteil der Beschäftigten arbeitet dabei in Unternehmen mit 5 bis 20 (29.664 Mitarbeiter) bzw. 21 bis 70 Beschäftigten (35.707 Mitarbeiter).

Konzentrationsprozess setzt sich fort

Der Konzentrationsprozess in der Fenster- und Haustürenbranche setzt sich unvermindert fort. Die größten Rückgänge verzeichnen Unternehmen in der Unternehmensklasse zwischen einem und vier Mitarbeitern: Hier sank die Zahl der Betriebe von 2.815 im Jahr 2011 auf 2.319 im Jahr 2015.

Steigende Herstellungskosten eher ein Problem für Kleinunternehmen

In fast allen Betrieben der Fenster- und Fassadenbranche (87,4 Prozent) stiegen die Herstellungskosten seit 2011 stärker an. Die Erhöhung betrug über alle Beschäftigtenklassen hinweg rund 6,5 Prozent. Bei großen Produzenten mir mehr als 150 Mitarbeitern fiel der Anstieg mit durchschnittlich 5,5 Prozent sehr viel moderater aus, als bei kleinen Unternehmen mit bis zu vier Mitarbeitern, die mit Steigerungen der Herstellungskosten von durchschnittlich rund 10,9 Prozent zu tun hatten.

Verkaufspreise halten mit Herstellungskosten nicht Schritt

Rund 69,1 Prozent aller Fenster- und Haustürenhersteller erhöhten seit 2011 ihre Verkaufspreise - wobei die Herstellungskosten bei rund 87,4 Prozent der Unternehmen gestiegen sind. Über die gesamte Branche hinweg legten die Verkaufspreise um nur 3,5 Prozent zu. Auffällig dabei ist, das kleine Unternehmen von 1 bis 4 Mitarbeitern und von 5 bis 20 Mitarbeitern ihre Preise um durchschnittlich 5,7 bzw. 5,8 Prozent angehoben haben - bei Steigerungen der Herstellungskosten von durchschnittlich 10,9 bzw. 8,7 Prozent. Ähnlich erging es auch größeren Unternehmen, die mit Preissteigerungen von knapp unter 3 Prozent ihre gestiegenen Herstellungskosten ebenfalls nicht exakt in höhere Preise umsetzen konnten.

Veränderungen im Produktions- und Handelsprogramm

3.767 der 6.225 Produzenten von Fenstern, also mit rund 60,5 Prozent weit mehr als die Hälfte der Unternehmen, waren 2015 im Bereich Holzfenster tätig. Jedes dritte Unternehmen stellte Fenster aus Kunststoff oder Holz-Metall her. Ähnlich sieht es bei den Herstellern von Haustüren aus: 3.614 der 5.804 Haustürenhersteller - das sind ca. 62,3 Prozent - stellten 2015 Haustüren aus Holz her. Wie bei den Fenstern dominieren diesen Werkstoff überwiegend kleinere Produzenten. Außerdem stellte 2015 fast jedes dritte Unternehmen Haustüren aus Kunststoff und Holz-Metall her. Beim ergänzenden Produktionsprogramm dominiert nach wie vor der Wintergarten, der von 41 Prozent der Unternehmen ergänzend produziert wird. Auch Innentüren (30 Prozent), Treppen (19 Prozent), Fassaden (27 Prozent) sowie Rollläden und Markisen werden von den Fenster- und Haustürherstellern ergänzend produziert.

Kapazitätsänderungen hinsichtlich Produktionsvolumen und Distribution

Die Gesamtkapazität der deutschen Fensterbranche liegt laut aktueller Erhebung - rechnet man die durchschnittliche Kapazität der einzelnen Unternehmen auf Basis der Grundgesamtheit der rund 6.225 Produzenten von Fenstern hoch - bei maximal etwa 17,3 Millionen Fenstereinheiten. Mit Hilfe der Auslastungsquoten und der Kapazitäten der einzelnen Beschäftigungsklassen lässt sich die tatsächliche Produktion der deutschen Fensterbranche 2015 mit rund 12,5 Millionen Fenstereinheiten angeben. 89 Prozent aller Branchenunternehmen produzieren neben Fenstern auch Haustüren. Rechnet man die durchschnittliche Kapazität der einzelnen Unternehmen auf Basis der Grundgesamtheit der rund 5.804 Haustüren produzierenden Betriebe hoch, ergibt sich für 2015 eine maximale Kapazität in Höhe von rund 1,75 Millionen Haustüren. Die Produktionskapazität hat sich seit 2011 um rund 0,18 Millionen Haustüren bzw. um 11 Prozent erhöht.

Entwicklungen bei den Personal- und Maschinenkapazitäten

Seit 2011 erhöhte sich die Personalkapazität der Fenster- und Haustürenbranche im Vertriebsbereich bei 18,2 Prozent der Unternehmen. Eine Reduzierung wurde von 9,1 Prozent gemeldet, bei 72,7 Prozent der Hersteller blieb die Personalkapazität im Vertrieb unverändert. Auch die Personalkapazität in der Verwaltung ist wie schon 2011 von mehr Betrieben erhöht als reduziert worden (19,5 zu 10,9 Prozent). Unverändert blieb sie bei 69,6 Prozent der Unternehmen. In der Fertigung haben im Zeitraum 2011 bis 2015 24,6 Prozent der Produzenten ihre Personalkapazität erhöht und rund 19,6 Prozent haben Reduzierungen vorgenommen. Relativ ähnlich sieht es bei der Kapazität in der Montage aus: Bei mehr als jedem vierten Unternehmen wurde diese seit 2011 erhöht (rund 27,7 Prozent) und bei rund 14,1 Prozent reduziert. Bei der Maschinenkapazität überwiegen - bezogen auf die Zeitspanne 2011 bis 2015 - die Erweiterungen der Kapazitäten (Plus 26,9 Prozent). Eine Reduzierung meldeten in diesem Zeitraum nur 4,7 Prozent der Firmen.

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