26. Mai 2020

DEN befürwortet europäischen Fonds für Gebäudesanierung

Die Initiative, die sich für verstärkte Renovationsanstrengungen in Europa stark macht, wird von über 120 Institutionen und Unternehmen aus ganz Europa getragen. Grafik: Renovation Fund for All Eur

Das Deutsche Energieberater Netzwerk DEN e.V. befürwortet Vorschläge für einen europäischen Fonds für Gebäudesanierung. „Wir begrüßen die Initiative der Kampagne ‚Renovation Fund for All Europeans‘ und unterstützen diese“, sagt der Vorsitzende des DEN, Dipl.-Ing. Hermann Dannecker.

Die von über 120 Institutionen und Unternehmen aus ganz Europa getragene Initiative wendet sich in einem offenen Brief an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und regt an, im Rahmen eines wirtschaftlichen Wiederaufbau-Programms im Anschluss an die Covid-19-Krise einen Sanierungsfonds für alle europäischen Länder aufzulegen, der jährlich 100 Milliarden Euro freisetzt.

Für den europäischen Zusammenhalt

„Es ist jetzt wichtig, Maßnahmen für eine wirtschaftliche Erholung mit einer wirkungsvollen Klimaschutzpolitik zu verbinden. Gleichzeitig muss man bei dieser Gelegenheit ein starkes Signal an alle EU-Mitgliedstaaten senden, dass die Klimakrise nur gemeinsam beantwortet werden kann“, so Dannecker. So richtet sich das Schreiben der Kampagne nicht nur an die Kommissionspräsidentin, sondern auch an Vizepräsident Frans Timmermans, der gleichzeitig Kommissar für Klimaschutz ist, an Energiekommissarin Kadri Simson, an den Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, Thierry Breton, sowie an den Kommissar für Haushalt und Verwaltung, Johannes Hahn.

Sanierungsquote verdoppeln

In ihrem Brief begrüßen die Unterzeichner die im sogenannten Green Deal formulierten Pläne, die Gebäudesanierungsraten in Europa von derzeit einem Prozent im Jahr mindestens zu verdoppeln. Hilfreich dabei könnte die Schaffung eines Sanierungsfonds für alle Europäer sein, um die nötigen Finanzmittel bereitzustellen. Die unterzeichnenden Institutionen und Unternehmen weisen darauf hin, dass die Bauindustrie mit ihren angeschlossenen Gewerken in EU-Europa rund neun Prozent der Wirtschaftsleistung repräsentiere und über 16 Millionen Arbeitnehmer beschäftige. Insofern habe eine Unterstützung dieser Industrie immer auch eine große soziale Dimension.

Dreifache Rate wäre nötig

Um bis zum Jahre 2050 die angestrebte Klimaneutralität in der EU zu erreichen, seien Sanierungsraten von mindestens drei Prozent pro Jahr nötig, heißt es weiter. Immerhin verbrauchten die rund 210 Millionen Gebäude in der EU zusammen mehr Energie als jeder andere Sektor. Damit einher gehe auch der höchste CO2-Ausstoß. Ein Fonds, der 100 Milliarden Euro pro Jahr freisetzt, könnte helfen, das Ziel von drei Prozent jährlicher Sanierungen zu erreichen. In einem ersten Schritt sollten dabei öffentliche Gebäude wie Schulen, Krankenhäuser oder Altenheime im Mittelpunkt stehen, dann aber auch Förderungen für Haushalte mit geringem Einkommen zur Verfügung gestellt werden.

Der Fonds sollte möglichst allen mit der Finanzierung und Sanierung von Gebäuden betrauten Organisationen zur Verfügung stehen. Es sei wichtig, schnell und effizient die entsprechenden Genehmigungen zu erteilen und Entscheidungen zu treffen. Die Unterzeichner befürworten ferner die Einführung von Minimalstandards bei der Sanierung von Gebäuden mit Blick auf die Klimaziele des Jahres 2050. Diese Standards sollten nach oben angepasst werden können.

Für Impulse sorgen

Für den DEN-Vorsitzenden Dannecker ist das ein richtiger Weg, nicht nur auf europäischer Ebene Klimaziele zu formulieren und zu beschließen, sondern sie auch praktisch umzusetzen: „Insofern bekommen wir vielleicht durch die Corona-Krise eine Gelegenheit, neue Wege zu gehen und einen neuen Schwung in die Klimaschutzdebatte zu bringen.“

Mehr Informationen zur DEN bekommen Sie bei einem Klick auf diesen Link…

…und zur Kampagne „Renovate Europe“, zu welcher der „Renovation Fund for All Europeans“ gehört, geht es hier entlang.

 

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