1. März 2022

„Wir haben deutlich stärker als der Markt zugelegt“

bauelemente bau im Gespräch mit Johann Brandstetter, Internorm-Geschäftsführer Marketing & Vertrieb

Johann Brandstetter: „Unser Ziel ist es, Internorm deutschlandweit als Marktführer im Premiumsegment zu etablieren.“ Foto: Internorm

In 2021 konnte der österreichische Fensterhersteller Internorm deutlich stärker als der Markt wachsen, dabei auch die eigenen Prognosen deutlich übertreffen. Einen detaillierten Einblick in die Entwicklung der einzelnen europäischen Märkte gibt Johann Brandstetter, Internorm-Geschäftsführer Marketing & Vertrieb, im nachfolgenden Interview. Das Unternehmen geht von einer weiter steigenden Nachfrage in der Renovation aus. Um dafür gerüstet zu sein, wird auch in den nächsten Jahren umfassend investiert. In neue Fensterkonstruktionen, aber auch in die Fertigungskapazitäten.

Herr Brandstetter, kommen wir zunächst auf die Zahlen zu sprechen. In 2020 hat der Gesamtumsatz von Internorm mit 358 Millionen Euro – durch Corona bedingt – stagniert. Wie haben Sie in 2021 abgeschnitten?

Wir konnten im letzten Jahr den Umsatz um 14,2 Prozent auf 421 Millionen Euro steigern. Der Auftragseingang lag mit 461 Millionen und einer Steigerung von knapp 30 Prozent deutlich über dem Vorjahr. Das bedeutet, dass wir mit einem deutlichen Überhang ins neue Jahr gegangen sind. Das sind Werte, die hätten wir im letzten Jahr nicht zu denken gewagt. Denn wir hatten 2021 ursprünglich die Umsatz-Marke von 400 Millionen angepeilt. Was dagegen gleich geblieben ist, ist die Exportquote von 58 Prozent.

2020 konnte Internorm in Deutschland mit einer Umsatzsteigerung von knapp sieben Prozent die Marktanteile weiter ausbauen. Ist Ihnen in 2021 ähnliches gelungen?

Wir konnten im Auftragseingang um 10,4 Prozent zulegen. Damit ist es uns gelungen, das Jahr 2020, das schon ein gutes Jahr für uns war, nochmals zu überbieten. Mit einem Umsatz von 83 Millionen Euro lagen wir dagegen auf dem Niveau des Vorjahres. Verantwortlich dafür waren die längeren Lieferzeiten, weil die angefragten Mengen nicht schneller produziert werden konnten. Mit der Entwicklung sind wir dennoch sehr zufrieden, denn es ist uns gelungen, deutlich stärker als der Markt zuzulegen. In Deutschland gehören wir heute zu den führenden drei Fensteranbietern, in Bayern sind wir schon einige Jahre Marktführer. Unser mittelfristiges Ziel ist es, Internorm deutschlandweit als Marktführer im Premiumsegment zu etablieren.

Wir haben sich das Neubau- und das Sanierungsgeschäft in Deutschland entwickelt?

Im Neubau konnten wir einen Auftragseingang von 45 Millionen Euro und damit ein Wachstum von 5,1 Prozent verzeichnen. Mit 48 Millionen Euro zeigten sich die Aufträge aus dem Bereich der Sanierung etwas stärker und auch die Zuwächse mit 13,9 Prozent deutlich höher.

Wie haben sich die anderen europäischen Märkte entwickelt?

In der Schweiz lag der Auftragseingang um fast 20 Prozent über dem Vorjahr. Maßgeblich verantwortlich dafür war das neue Holz-Alu-Fenstersystem, das wir speziell für diesen Markt entwickelt haben. Knapp darunter lag Frankreich mit 17,8 Prozent. Etwas erfolgreicher waren wir in Osteuropa mit einem Zuwachs von 24,9 Prozent sowie in Großbritannien mit 36,2 Prozent. Der Rekordhalter mit großem Abstand ist aber Italien. Nach einem Auftragsrückgang von 12 Prozent in 2020 konnten wir im letzten Jahr um 110 Prozent zulegen. Verantwortlich dafür ist die massive Förderung der Sanierung durch die italienische Regierung.

Gibt es Produktsegmente, die sich besonders gut entwickelt haben?

Die Produktsegmente sind alle nahezu gleich stark gewachsen. In relativer Betrachtung etwas stärker zugelegt haben die Holz-Alu-Fenster.

Wie stand es im letzten Jahr um die Lieferfähigkeit des Unternehmens?

Wir waren immer lieferfähig. Es ist uns keine einzige Schicht ausgefallen. Was sich allerdings erhöht hat, waren die Lieferfristen.

Was ist in diesem Jahr geplant?

Wir glauben, dass es in den nächsten Jahren einen regelrechten Schub in der Renovation geben wird. Mit den weiteren Investitionen werden wir weiterhin den Bedarf unserer 1.300 Vertriebspartner abdecken können und für Neupartner attraktiv sein. Bis 2024 sind rund 150 Millionen Euro an Investitionen geplant. Damit sollen neben Produktionshallen auch neue Maschinen und Anlagen angeschafft werden. In Sarleinsbach werden wir darüber hinaus das bestehende Hochregallager erweitern, die Extrusion und die Kunststoff-Fensterfertigung ausbauen. Am Holz-Alu-Standort in Lannach ist ebenfalls ein Hochregellager geplant, zudem soll eine zusätzliche Fertigungslinie installiert werden. Aber auch am Standort Traun tut sich etwas: Ende Februar haben wir eine neue Fensterfertigungslinie in Betrieb genommen.

Das vollständige Interview sowie eine Vorstellung der neuen Produkte von Internorm lesen Sie in der kommenden Ausgabe von bauelemente bau, welche am 10. März druckfrisch verschickt wird.

Zum virtuellen Auftritt von Internorm geht es hier entlang.

 

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