23. März 2022

„Wir streben die Marktführerschaft in Europa an“

bauelemente bau im Gespräch mit Nicolas Casanovas, Group Chief Commercial Officer bei der Dovista A/S

Nicolas Casanovas: „Mit der Größe der Gruppe erschließen sich uns diverse Vorteile in der Produktion, der Produktentwicklung und der Marktbearbeitung.“ Foto: Dovista

Zu Beginn des letzten Jahres hatte die dänische Dovista-Gruppe das komplette Fenstergeschäft der Schweizer Arbonia Windows übernommen. Im Sommer hatte sich die Dovista A/S dann mit der H.I.G. Capital über den Erwerb von Weru und Unilux verständigt. Das hat in der Fensterbranche nicht nur für viel Aufsehen gesorgt, sondern wie zu erwarten war auch eine Reihe von Fragen aufgeworfen. Im Gespräch mit Nicolas Casanovas, Group Chief Commercial Officer bei der Dovista A/S, hatten wir die Gelegenheit, eine ganze Reihe dieser Fragen zu klären.

Herr Casanovas, die Dovista-Gruppe ist mit ihren zahlreichen Unternehmen traditionell in Dänemark beziehungsweise Skandinavien sowie Großbritannien und Irland beheimatet. Welche Ziele werden mit der Übernahme von Weru sowie der Arbonia Windows verfolgt?

Diese sind ganz klar. Dovista will die führende Position auf dem europäischen Fenstermarkt einnehmen. Mit der Übernahme der Fensteraktivitäten der Arbonia sowie von Weru bot sich die einzigartige Möglichkeit, diese Position auch auf dem europäischen Kontinent aufzubauen. Weru ist in Deutschland die Nummer eins, darüber hinaus sind wir in diversen anderen Märkten, wie etwa die Schweiz, Polen oder der Slowakei mit unseren Marken und führenden Marktpositionen vertreten. Durch die Größe haben wir diverse Vorteile in der Produktion, der Produktentwicklung und der Marktbearbeitung. Der Fokus von Dovista lag bisher auf Holz- und Holz/Alu-Fenstern. Mit der Übernahme haben wir das Programm um Kunststoff-Fenster erweitert. Das Produktportfolio der übernommenen Unternehmen ergänzt sich also gut mit dem bestehenden Programm, es gibt praktisch keine Überschneidungen. Darüber hinaus ergänzen sich die Unternehmen gut in geographischer Hinsicht als auch hinsichtlich Ihrer Vertriebskonzepte.

Unilux wurde schon sehr bald wieder an den Finanzinvestor Aurelius abgegeben. Hat das Unternehmen nicht ins Konzept gepasst?

Das kann man so zusammenfassen. Unilux ist ein tolles Unternehmen mit qualitativ hochwertigen Produkten und als Anbieter von anspruchsvollen Lösungen in vielen Märkten tätig. Dovista setzt dagegen auf die Vorteile der Industrialisierung und verfolgt dabei die Strategie, in den Märkten in welchen wir tätig sind eine führende Position einzunehmen. Unilux hat daher nicht in dieses Konzept gepasst. Mit der Veräußerung wollten wir sicherstellen, dass das Unternehmen schnell in gute Hände kommt.

Könnten Sie bitte unseren Lesern in groben Zügen die Organisationsstruktur der Dovista-Gruppe erläutern?

Wir haben in der Gruppe eine funktionale Organisationsstruktur mit vier übergeordneten Ressorts. Diese sind Markt und Vertrieb, Produktion, Produktmanagement und Supply Chain, Finanzen sowie Human Ressources. Unser Ziel ist es, innerhalb der Gruppe die Stärken unseres Verbunds zu nutzen und die Größenvorteile in Bereichen wie der Produktion und Einkauf auszuspielen, in diesen Bereichen arbeiten wir deshalb gesellschafts- und länderübergreifend eng zusammen. Gleichzeitig wollen wir nahe an den Kunden und Märkten sein. Deshalb haben wir lokale Vertriebsteams, die für die Marktbearbeitung zuständig sind.

Wie lässt sich der Stil beschreiben, mit dem das Management Board von Dovista die Gruppe führt?

Die Zusammenarbeit in der Dovista-Gruppe ist von Offenheit und einer engen Zusammenarbeit mit den lokalen Gesellschaften innerhalb der Organisation geprägt. Ich selbst halte einen engen Kontakt mit dem Vertriebsteam und den Marktverantwortlichen. Die Gruppe konzentriert sich auf das Fenstergeschäft, was zur Folge hat, dass wir viel voneinander lernen können und es zahlreiche Synergien gibt. Nicht zuletzt auch was so wichtige Zukunfts-Themen für unsere Branche wie Nachhaltigkeit oder die Digitalisierung angeht.

Greift das Management Board in das operative Geschäft ein? Oder anders gefragt: wie selbstständig können die Geschäftsführer der einzelnen Unternehmen agieren?

Wir wissen, dass das Fenstergeschäft von Land zu Land sehr unterschiedlich ist. Es ist deshalb wenig sinnvoll, von der Zentrale aus Vorgaben für alle Märkte zu machen. Die Gesellschaften haben deshalb Freiheiten in der Form der Marktbearbeitung. Die mittel- und langfristige Strategie legen wir in einem Dialog gemeinsam mit den lokalen Einheiten fest. Ebenso arbeiten wir an der Standardisierung und Automatisierung verschiedener Prozesse gesellschaftsübergreifend, um zukünftig noch effizienter zu werden.

Welche Ziele hat sich Dovista für den deutschen Markt gesetzt? Wird die Marktführerschaft angestrebt?

Wir sehen uns schon heute als Marktführer und wollen diese Position weiter ausbauen. In Deutschland haben wir mit Weru die führende Marke mit einem exzellenten Vertriebsnetz akquiriert. Unsere Fachpartner sind kompetent, gut ausgebildet und zeichnen sich zudem durch eine hohe Loyalität zur Marke Weru aus. Der Ausbau dieses Geschäftes und mit den Partnern gemeinsam weiter zu wachsen, das ist die Hauptaufgabe für die nächsten Jahre. Dafür sehen wir auch innerhalb der Gruppe interessante Möglichkeiten. Zum Beispiel: Wertbau verfügt über eine leistungsfähige Holz- und Holz/Alu-Fensterproduktion. Diese könnten wir nach einem weiteren Kapazitätsaufbau mittelfristig auch für die Versorgung der Weru-Händler nutzen. Die Details dazu werden aktuell geprüft und entsprechende Konzepte erstellt.

Das vollständige Interview lesen Sie in der kommenden Ausgabe von bauelemente bau, welche am 7. April druckfrisch verschickt wird.

Die Internetpräsenz der Dovista A/S erreichen Sie über diesen Link.

 

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