13. Dezember 2023

„Messen werden auch zukünftig weiter gefragt sein“

bauelemente bau im Gespräch mit Sebastian Schmid, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Landesmesse Stuttgart GmbH

Sebastian Schmid: „Die vergangenen Jahre haben ganz klar gezeigt, dass das Erlebnis Messe durch Onlineformate oder ähnliches nicht zu ersetzen ist.“ Foto: Landesmesse Stuttgart GmbH / Frank Eppler

Die R+T 2024 steht vor der Tür, die Weltleitmesse für Rollladen, Tore und Sonnenschutz wird vom 19. bis 23. Februar auf dem Stuttgarter Messegelände stattfinden. Jedoch sind seit der letzten regulären Ausgabe der Messe aufgrund der Corona-Pandemie sechs Jahre vergangen. In der Zwischenzeit hat sich nicht nur der Markt – unter anderem auch durch äußere unvorhersehbare Einflüsse – verändert, sondern auch die generelle Sichtweise von ausstellenden Unternehmen, Besucherinnen und Besucher hinsichtlich Messen. Ein Grund für uns, mit Sebastian Schmid, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Landesmesse Stuttgart GmbH und dort unter anderem auch für die R+T verantwortlich, über die Messe selbst und den aktuellen Stand sowie das veränderte Marktumfeld in der Branche zu sprechen.

Herr Schmid, wie ist der aktuelle Stand zur R+T 2024? Sind die Flächen komplett ausgebucht?

Ja, das gesamte Messegelände mit 120.000 Quadratmetern wird belegt sein. Die FachbesucherInnen dürfen sich auf die Produktinnovationen und Dienstleistungen von rund 1.000 AustellerInnen in unseren insgesamt zehn Messehallen freuen.

Wie hoch ist der ausländische Anteil der ausstellenden Unternehmen im Bezug zur vorherigen regulären Ausgabe im Jahr 2018?

Wie bei den vergangenen Ausgaben der Weltleitmesse für Rollladen, Tore und Sonnenschutz ist die internationale Beteiligung der R+T 2024 erneut sehr hoch. Rund 80 Prozent der ausstellenden Unternehmen kommen aus insgesamt 45 Ländern. Im Vergleich zur vergangenen Messeausgabe 2018 ist der Anteil an internationalen AusstellerInnen sogar leicht gestiegen.

Zeichnet sich bereits ab, was die Produkt-Trends zur Messe sein werden?

Nachhaltigkeit ist eines der Hauptthemen unserer Zeit – und das Leitthema der R+T. Die Themen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz stehen bei den Produktinnovationen unserer AusstellerInnen ganz deutlich im Fokus, weil sie auch durch die EndverbraucherInnen zunehmend gefordert werden. Die FachbesucherInnen bekommen auf der R+T 2024 eine Vielzahl innovativer Lösungen live präsentiert, mit denen sie den hohen Ansprüchen der EndverbraucherInnen rundum gerecht werden.

Was sind für Sie persönlich die Highlights des umfangreichen Rahmenprogramms? Was sollten sich die Besucherinnen und Besucher auf gar keinen Fall entgehen lassen?

Das ist eine schwierige Frage. Schließlich sind alle Punkte unseres Rahmenprogramms mit Unterstützung unserer Partner exakt auf die aktuellen Anforderungen des Marktes zugeschnitten und greifen das Leitthema in puncto „Nachhaltigkeit“ und „Energieeffizienz“ auf. Dadurch können die FachbesucherInnen ihr Know-how zielgerichtet erweitern. Somit gibt es wirklich keinen Programmpunkt, der nicht interessant wäre. Für besonders viel Resonanz wird jedoch sicher erneut der R+T Innovationspreis sorgen. Jede Menge fachlicher Input ist von dem ES-SO-Seminar zu erwarten, das sich mit den neuesten Entwicklungen im Bereich der Sonnenschutzlösungen im Hinblick auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit von Gebäuden befasst. Für Architekten und Architektinnen sowie PlanerInnen wird sicherlich die Veranstaltungsreihe „Gebäudehüllen: Integral. Vorausschauend. Dauerhaft.“, die vom Institut Fortbildung Bau (IFBau) der Architektenkammer Baden-Württemberg (AKBW) durchgeführt wird, ein absolutes Highlight sein. Das Torforum informiert die BesucherInnen über die aktuellen Herausforderungen und Trends in der Torbranche – von Digitalisierung in der Tortechnik über Prüfung und Zertifizierung sowie aktuellen Fällen aus dem Gutachterwesen. Beim Smart Home Forum stehen in Vorträgen und Podiumsdiskussionen Trends sowie Innovationen im Fokus, die das Smart Home der Zukunft prägen werden. Zudem geht die „Outdoor. Ambiente. Living.“ in die nächste Runde. Die Sonderschau für Sonnen- und Wetterschutz zeigt wieder eindrucksvoll alles, was die Außengastronomie für jede Wetterlage bestmöglich nutzbar und komfortabel macht.

Der R+T Innovationspreis erfreut sich großer Beliebtheit; noch nie in der Geschichte des Preises gab es so viele Einreichungen. Was sind Ihrer Ansicht nach die Gründe für das starke Engagement der Unternehmen?

Wir freuen uns sehr über diese großartige Resonanz! Die Branche für Rollladen, Tore und Sonnenschutz ist seit jeher absolut innovativ – was sie zurecht gerne zeigt. Aufgrund der Umstände der vergangenen Jahre gab es sechs Jahre lang nicht die Möglichkeit, die neuesten Entwicklungen live zu präsentieren, was sicherlich ein Grund für die hohe Einreichungszahl ist. Zudem haben sich die Anforderungen an die Lösungen in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Gerade die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit und Energieeffizienz hat dazu geführt, dass die Unternehmen viel beeindruckende Entwicklungsarbeit geleistet haben. Der R+T Innovationspreis gilt als ein gebührender Rahmen, um diese Leistungen zu präsentieren.

Beim internationalen Mediengespräch im September 2023 sagten Sie, dass die R+T unter anderem auch dazu dienen soll, der Politik zu zeigen, dass sowohl der winterliche als auch der sommerliche Sonnen- und Wärmeschutz einen erheblichen Beitrag zur Energieeinsparung eines Gebäudes besitzt. Haben Sie auch Personen aus der Politik zur Messe eingeladen und wie fiel die Resonanz darauf aus?

Es ist absolut wichtig, die Relevanz von Rollladen, Toren und Sonnenschutzlösungen mehr in die breite Öffentlichkeit zu bringen – insbesondere hinsichtlich der angestrebten Ziele zur CO2-Reduzierung. Die R+T bietet die ideale Plattform, um diese Themen mit entsprechender Strahlkraft zu platzieren. Wir benötigen diese Brücke, um auch die Aufmerksamkeit der Politik für diese Thematik zu erlangen. Aktuell arbeiten wir an dieser Stelle eng mit unseren Trägerverbänden zusammen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass diese Themen durchaus Gehör bei den Politikerinnen und Politkern finden. Entsprechende Zusagen, beispielsweise aus dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen bestätigen uns darin, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Wir werden weiterhin das Potential der Lösungen unserer AusstellerInnen im Kampf gegen den Klimawandel hervorheben und bei der Landes- sowie Bundespolitik positionieren. Wir sind überzeugt, dass die R+T der Politik einige Hausaufgaben, aber auch Denk- und Lösungsansätze bieten kann.

Gibt es auch neue Besuchergruppen, die Sie mit der R+T ansprechen wollen?

Für uns stehen nach wie vor die HandwerkerInnen als BesucherInnen im Fokus, deren Gewerke sich mit Rollladen, Tore und Sonnenschutzsystemen befassen. Zudem ist die Gastronomie/Hotellerie ein sehr interessantes Feld für uns, das wir insbesondere mit der „Outdoor. Ambiente. Living.“ im Messepark bespielen. Selbstverständlich bieten wir jedoch auch für Architektinnen und Architekten sowie PlanerInnen jede Menge Inspiration.

Im Laufe der vergangenen Jahre haben sich für Unternehmen zur Einführung von neuen Produkten in den Markt neben Messen auch andere Möglichkeiten aufgetan, vermehrt beispielsweise Roadshows oder Online-Formate. Dennoch entwickeln über 80 Prozent der Branche ihre Neuheiten zur R+T. Wo sehen Sie hier die Gründe für dieses Commitment?

Nirgendwo erreicht man so ein breites internationales Fachpublikum wie auf der R+T. Somit liegt es sehr nahe, die Innovationen zur Weltleitmesse für Rollladen, Tore und Sonnenschutz zu entwickeln. Zudem spielt sicherlich auch der Rahmen eine große Rolle: So ein Flair, wie in unseren zehn ausgebuchten Messehallen mit begeisterten BesucherInnen, entsteht in anderen Formaten definitiv nicht.

Wie sehen Sie generell das Thema Messe in der Zukunft?

Die vergangenen Jahre haben uns ganz klar gezeigt, dass das Erlebnis Messe durch Onlineformate oder ähnliches nicht zu ersetzen ist. Die Live-Präsentation und das Ausprobieren der Produkte sind nach wie vor absolut erwünscht. Nicht weniger wichtig ist der persönliche Austausch untereinander – ob mit den AusstellerInnen oder mit den Fachkolleginnen und Fachkollegen. Messen werden also auch zukünftig weiter gefragt sein, obgleich wir natürlich unsere Konzepte jederzeit den unterschiedlichen Marktsituationen anpassen müssen, um auch in den nächsten Jahren den AusstellerInnen und den FachbesucherInnen ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Messe-Erlebnis zu bieten.

Sie und Ihr Team sind in der Rollladen-, Sonnenschutz- und Tore-Branche viel unterwegs. Wie nehmen Sie die aktuelle Stimmung bei Ihren Ausstellern wahr, sowohl bezogen auf die anstehende R+T als auch auf die allgemeine Situation im Markt?

Die Vorfreude auf die R+T 2024 ist groß, unsere AusstellerInnen arbeiten mit viel Engagement an ihren Präsentationen und fiebern dem Beginn der Weltleitmesse entgegen. Ohne Frage haben sich insgesamt die Markt-Bedingungen für unsere Branche verändert. In diesem Kontext nehmen wir trotzdem eine insgesamt positive Stimmung wahr. Da unsere Branche durch und durch innovativ ist, passen sich die ausstellenden Unternehmen den Gegebenheiten an und begegnen den Anforderungen mit entsprechenden Produkten und Services.

Wird es nach der Messe eine Fortsetzung von R+T projects geben?

Ja, wir haben bereits einige Projekte in der Pipeline. Sie dürfen gespannt sein!

Herr Schmid, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch!

Auf die Homepage der R+T gelangen Sie über diesen Link.

 

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