27. März 2024

„Wir brauchen Klarheit, Offenheit und Planbarkeit“

bauelemente bau im Gespräch mit Johann Brandstetter, Internorm-Geschäftsführer Marketing & Vertrieb

Johann Brandstetter: „Wir erwarten für 2024 das stärkste Sanierungsjahr in Österreich.“ Foto: Internorm

Traditionell lädt die Internorm International GmbH Anfang März zum Jahrespressegespräch, um die Fachpresse über den Verlauf des zurückliegenden Geschäftsjahres zu berichten. Auf Grund der schwierigen Rahmenbedingungen in einer Reihe von wichtigen Märkten waren die Zahlen, die Johann Brandstetter vermelden konnte, nicht ganz so positiv, wie man es von Internorm gewohnt ist. Nähere Informationen zur Entwicklung der wichtigsten Märkte konnten wir in einem exklusiven Interview mit dem Internorm-Geschäftsführer Marketing & Vertrieb in Erfahrung bringen.

Der Neubau ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern eingebrochen. Wie hat sich das auf Ihre Umsätze ausgewirkt?

In 2023 haben wir bei guter Auslastung einen Umsatz von insgesamt 494 Millionen Euro erzielen können, was einer leichten Steigerung um ein Prozent entspricht. Weniger erfreulich ist der rückläufige Auftragsrückgang, der in 2023 428 Millionen Euro betrug und damit um zwölf Prozent unter dem Vorjahr liegt. Dabei macht sich der Marktrückgang in den für uns wichtigsten Märkten in Österreich und Deutschland bemerkbar.

Wie hat sich der Umsatz in Deutschland entwickelt?

Sowohl in Österreich als auch in Deutschland sind die Umsätze um sechs Prozent zurück gegangen. Dafür ist in erster Linie die schwache Neubau-Nachfrage verantwortlich. Das hat den Preisdruck nochmals verschärft und wir waren nicht bereit, dabei mitzugehen.

Wie verteilen sich die Umsätze im deutschen Markt auf den Neubau und die Renovierung?

Erstaunlich ist, in wie kurzer Zeit sich das Blatt gewendet hat. In 2022 war mit einem Umsatzanteil von 54 Prozent für uns noch das führenden Marktsegment, nur ein Jahr später lag mit einem Anteil von 57 Prozent die Sanierung vorne.

Sind Sie dennoch beim Ausbau Ihrer Marktposition in Deutschland weiter vorangekommen?

Wenn ich mir die Marktanteile (Branchenradar 2024) für Deutschland ansehe, haben wir uns zwar etwas besser als der Markt entwickelt. Allerdings gibt es noch einiges zu tun.

Gab es in 2023 auch Märkte, die Ihnen besonders Freude bereitet haben?

Durchaus. Italien hat dank der intensiven Förderung um sieben Prozent zugelegt, die Schweiz sogar um 21 Prozent. Sehr zufrieden sind wir auch mit der Entwicklung in Frankreich und Ost-Europa. Dort lagen die Zuwachsraten bei acht Prozent beziehungsweise sogar zwölf Prozent.

Internorm hat schon seit längerem die stärkere Förderung von Sanierungsmaßnahmen wie zum Beispiel den Fenstertausch gefordert. Zum Jahresbeginn 2024 hat das österreichische Klimaschutzministerium jetzt den Sanierungsbonus für die thermische Sanierung von Gebäuden verdreifacht. Entspricht dies Ihren Erwartungen?

Wir haben uns gemeinsam mit anderen Interessensgemeinschaften bereits viele Jahre für eine verstärkte Förderung der Altbausanierung eingesetzt. Nicht nur weil es gut für das Klima, sondern vor allem sinnvoll für unsere Kunden ist. Es geht um Kosteneinsparungen und Energieeffizienzen, die direkt bei den Menschen ankommen. Darum haben wir im Übrigen auch eine eigene Förderungsberatung für unsere Kunden im Angebot. Als Unternehmen beteiligen wir uns auch aktiv sowohl an der Kampagne „Österreich ist nicht ganz dicht!“ sowie an der Brancheninitiative „Mehr Zuhaus‘ in Österreich“. Dank der beschlossenen Fördermaßnehmen erwarten wir für 2024 das stärkste Sanierungsjahr in Österreich.

Haben Sie die Hoffnung, dass sich auch in Deutschland etwas mehr bewegt?

Ich erwarte, dass es auch in Deutschland zu einer verstärkten Unterstützung der Bauwirtschaft durch die Bundesregierung kommt.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich dann von der Politik wünschen?

Klarheit, Offenheit und Planbarkeit im Umgang mit dem Thema Energieeffizienz und bei den Maßnahmen dazu. Dabei muss es zuerst um die Gebäudehülle gehen und dann erst um die Heizung. Zudem wünsche ich mir einen einfacheren Zugang zu den Fördermaßnahmen.

Das vollständige Interview lesen Sie in der kommenden Ausgabe von bauelemente bau, welche am 11. April erscheinen wird.

Auf die Homepage von Internorm geht es hier entlang.

 

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