17. Dezember 2025

RTG kritisiert kürzlich vorgestellte Kurzstudie der Stiftung Klimaneutralität

Thomas Drinkuth. Foto: RTG

Im Nachgang zu einer Online-Pressekonferenz zur Kurzstudie „Auswirkungen unterschiedlicher Sanierungsraten auf das Energiesystem und seine Kosten“ der Stiftung Klimaneutralität hat die RTG Repräsentanz Transparente Gebäudehülle GbR ein Statement herausgegeben. Thomas Drinkuth, Leiter der RTG, kritisiert den in der Studie vorgestellten Ansatz, als Energie- und Klimaschutzstrategie für den Gebäudesektor ausschließlich Kostenszenarien zu betrachten. Das vollständige Statement zur Kurzstudie lesen Sie im Folgenden:

„Die ‚Stiftung Klimaneutralität‘ empfiehlt auf Basis von Berechnungen der Beratungsfirma Prognos, energetische Sanierungen nicht mehr beziehungsweise nur noch im Bereich der energetisch schlechtesten Gebäude gezielt weiter voranzubringen. Dafür sei eine Sanierungsrate von einem Prozent ausreichend. Dieser Kurs ist aus unserer Sicht gefährlich. Die ausschließliche Betrachtung eines Kostenszenarios ist keine robuste Energie- und Klimaschutzstrategie für den Gebäudesektor. Nicht ohne Grund lautet der wissenschaftliche Konsens: Ein zukunftsfähiger Gebäudebestand mit erneuerbarer Energieversorgung basiert auf einer guten Energieeffizienz.

Würde man innerhalb eines kurzen Zeitfenster auf Wärmepumpen und Wärmenetze umstellen, ohne den Energiebedarf älterer Gebäude parallel durch Sanierungen zu senken, müsste die Energiewirtschaft sehr schnell und verlässlich noch größere Mengen an erneuerbaren Energien bereitstellen als bisher ohnehin angenommen. Funktioniert das nicht genau wie geplant, droht eine massive Verfehlung der Klimaziele. Eine Strategie, die gleichzeitig die Energieeffizienz verbessert (worst first), ist also deutlich robuster.

Hinzu kommt: Viele Gebäude sind mit noch jungen Gas- und Ölheizungen ausgestattet, die noch lange weiterlaufen werden. Hier senken energetische Sanierung unmittelbar die Nutzung fossiler Energieträger. Und: Selbst das hier angenommene eine Prozent Sanierungsrate wäre noch knapp 50 Prozent mehr als heute. Der politische Kurs muss daher klar in Richtung Sanierungssteigerung gehen.“

Auf die Homepage der RTG gelangen Sie über diesen Link.

 

Sie wollen regelmäßig über aktuellen Neuheiten und Entwicklungen informiert sein? Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter oder schließen ein Abonnement der Print beziehungsweise der ePaper-Ausgabe von bauelemente bau ab.

Sie meinen, diese Meldung könnte auch für Ihre Kollegen von Interesse sein? Dann freuen wir uns über Ihre Weiterempfehlung!

Diese Nachricht teilen Facebook Logo Twitter/X Logo LinkedIn Logo Xing Logo Pinterest Logo



Das könnte Sie auch interessieren

17. Oktober 2025

Bessere Bau- und Sanierungsförderung schiebt Konjunktur an

Im Rahmen des politischen Salons der RTG Repräsentanz Transparente Gebäudehülle wurde das Prognos-Gutachten vorgestellt. Die von der RTG in Auftrag gegebene Studie zeigt Wege aus der Bau- und Sanierungskrise auf. Zu der Veranstaltung am 14. Oktober …

3. November 2025

Sanierung und Ausbau im Fokus

Unter dem Dach des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie und Kunststoffe verarbeitenden Industrie (HDH) veranstalteten der Verband Fenster + Fassade (VFF), der Verband der deutschen Parkettindustrie (vdp) sowie der Bundesverband Innenausbau, Element- und …

8. Juli 2025

Growe/Roltex bringt Rollladenkasten für die Sanierung auf den Markt

Effizienter Sonnenschutz trägt maßgeblich zur Reduzierung des Energieverbrauchs bei – insbesondere durch die Minimierung von Wärmeverlusten im Winter und einem Hitzeschutz im Sommer. Das steigert nicht nur den Wohnkomfort, sondern verbessert …

zur Übersicht