29. Januar 2026

„Der Mix im Produktportfolio und in der Kundenstruktur hat uns sehr geholfen“

bauelemente bau im Gespräch mit Sebastian Folgner, Geschäftsführer Folgner GmbH

Sebastian Folgner: „Wir selbst und auch unsere Kunden sehen im Sonnen- und Hitzeschutz viel Potenzial in den kommenden Jahren.“ Foto: bauelemente bau

Ein regelmäßiger Besuch bei der Folgner GmbH im oberbayerischen Bad Aibling alle zwei bis drei Jahre steht fest in unserem Redaktions- und Reiseplan. Der Rollladen- und Sonnenschutzhersteller hat in den letzten Jahren viel in seine Produktion investiert und in Rheinland-Pfalz einen neuen Produktionsstandort eröffnet. Eigentlich könnte Folgner also voll durchstarten, wenn die derzeitige Situation im Baubereich – und speziell im Neubau – seit Monaten nicht eine ganze Branche lähmen würde. Mit Sebastian Folgner, Geschäftsführer des Unternehmens in dritter Generation, sprachen wir darüber, wie es der Folgner GmbH im letzten Jahr ergangen ist und ob der Blick in die Zukunft Grund für mehr Optimismus zulässt.

Herr Folgner, wie ist das herausfordernde Jahr 2025 bis dato für die Folgner GmbH gelaufen?

Das Jahr hat uns vor große Herausforderungen gestellt, wir konnten das meistern und sind insgesamt zufrieden. Produkte die überwiegend im Neubau eingesetzt werden, beispielsweise das neue Dämmkastensystem oder Neubau-Rollläden, sind natürlich stark eingebrochen. Sehr gut gelaufen sind Produkte, die für die Sanierung geeignet sind, so zum Beispiel der Rollladen und der Zip-Screen. Wir mussten uns demnach nicht nur auf den Neubau verlassen und konnten uns auf die Sanierung konzentrieren. Vieles konnten wir auch durch neue Produkte kompensieren. Der Insektenschutz, Neuheiten im Raffstoreprogramm, technisch innovative Zip-Screen-Lösungen und unser neues Rolltorangebot haben hier einiges aufgefangen. Zudem hat auch unser Kundenmix dabei geholfen, dass wir in der letzten Zeit gut performen konnten. In unserer Kundenstruktur befinden sich sehr viele klassische Fensterhersteller, die in der Sanierung tätig sind. Mit dem neuen Produktions-Standort in Rheinland-Pfalz – hier erfolgt die eigene Rolltorfertigung - haben wir darüber hinaus ein neues Vertriebsgebiet erschlossen. Das waren wichtige und richtige unternehmerische Entscheidung, die geholfen haben. Zusammengefasst kann ich sagen, dass wir mit neuen Produkten, dem Aufbau des neuen Vertriebsgebietes und dem großen Einsatz unserer Mitarbeiter die Herausforderungen des Marktes bewältigen konnten. Erwähnen möchte ich auch unsere Investitionen an unserem Standort in Bad Aibling sowie auch in unseren neuen Standort in Rieschweiler-Mühlbach in Rheinland-Pfalz, um die Produktionen für die kommenden Jahre fit zu machen. Hier haben wir Produktionsabläufe und vieles mehr optimiert, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Wir stehen für Qualität „Made in Germany“, Funktionalität und großen Service – das ist unsere Philosophie.

Wie sieht es mit der Prognose für Ihr Unternehmen für 2025 aus? (Das Interview haben wir bereits Anfang November 2025 geführt, Anm. d. Red.)

Wir gehen von einem leichten Aufschwung aus und sind fit für die Zukunft. Mit unseren Investitionen in die Produktionsabläufe wurden Prozesse verschlankt und optimiert. Mit dem derzeitigen Stand unserer Mitarbeiter sind wir somit in der Produktion in der Lage, Spitzen abdecken zu können. Bei der Verschlankung hat uns die Digitalisierung sehr geholfen. Mittlerweile werden bei uns 23 Prozent der Bestellungen online ausgelöst und mit unseren Kunden digital abgewickelt. Darüber hinaus sehen wir den Online-Vertrieb immer stärker und werden im nächsten Jahr sicherlich einen Fokus hierauf legen. Auch in der Produktion haben wir digitalisiert, insbesondere in der Arbeitsvorbereitung. Dort werden wir auch weiterhin viel investieren.

Wie sehen Sie mit Ihrer Erfahrung den deutschen Markt für Sonnenschutzprodukte derzeit?

Wir selbst und auch unsere Kunden sehen im Sonnen- und Hitzeschutz viel Potenzial in den kommenden Jahren. Es wird immer wichtiger, die Gebäudehülle fit für die zunehmend wärmer werdenden Sommer zu machen. Dies bestätigt auch eine in der Branche bekannte Studie der RTG und des Ingenieurbüros Prof. Dr. Hauser. Das heißt aber auch, dass wir – also die Unternehmen aus dem Sonnenschutzbereich sowohl von der Hersteller- als auch der Fachhandelsseite – in einer Sprache sprechen müssen, denn die Produkte sollen im System der Gebäudehülle ihr volles Potenzial entfalten. In der Ansprache an den Endkunden genügt es nicht mehr, nur über die Vorzüge der Technik zu reden. Der Wohlfühlfaktor muss in Form einer klaren Kommunikation ein viel stärkeres Gewicht bekommen. Damit tut sich der Fachhandel derzeit aber noch etwas schwer. Dem Endkunden die Nutzen-Argumentation zu vermitteln erscheint schwierig. Es wird eher das verkauft, was der Endkunde möchte und nicht darüber hinaus.

Was könnten Ihrer Ansicht nach in der nahen Zukunft Wendepunkte für die Rollladen + Sonnenschutzbranche sein?

Fakt ist, dass die Hitzeperioden heißer, öfter und länger werden. Das erfahren die Kunden bereits jetzt und das wird sich mit dem Klimawandel noch weiter verstärken. Das Gute ist, dass wir mit Sonnenschutz Lösungen haben, das Raumklima erträglich zu gestalten. Die Akzeptanz und das Bewusstsein von Sonnenschutz beim Endkunden werden uns Rückenwind verleihen. Und zwar nicht alleine, sondern im Verbund mit dem Fenster und der Fassade. Diese Akzeptanz müssen wir schaffen. In diese Richtung schulen wir unsere Partner intensiv in Klimapartner-Schulungen und gehen hierbei speziell auf den Nutzen ein. Die Digitalisierung hilft uns dabei sehr, eine Mehrzahl unserer Partner mit den Schulungen zu erreichen und die Informationen auf dem digitalen Weg zu vermitteln. Einen weiteren Mehrwert sehen wir in den Schulungen, welche die ES-SO anbietet. Hier werden die technischen Eigenschaften des Sonnenschutzes und deren Vorteile vermittelt sowie Fachthemen gut platziert. Die Vermittlung von Wissen und Bildung bringt uns weiter.

Das vollständige Interviews lesen Sie in unserer Jubiläums-Ausgabe (Januar 2026) auf den Seiten 122 bis 124.

Auf die Homepage von Folgner gelangen Sie über diesen Link.

 

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