20. April 2026

Holzfenster, Sonnenschutz und Automatisierung wachsen zusammen

bb-Nachbericht: ProHolzfenster Partnerkongress in Wertheim-Bettingen

Insgesamt 150 Teilnehmende kamen zum ProHolzfenster Partnerkongress in die Sun Academy von Warema nach Wertheim-Bettingen. Foto: bauelemente bau

Ende letzter Woche fand in der Sun Academy von Warema der ProHolzfenster Partnerkongress des Bundesverbandes ProHolzfenster statt. In einem sehr offenen Format diskutierten die rund 150 Teilnehmenden sowie auch die Unternehmen Warema als Gastgeber sowie Weinig aktuelle Themen der Branche wie beispielsweise Klimawandel, Digitalisierung und den zunehmenden Fachkräftemangel. Am zweiten Tag wurden in verschiedenen und parallel laufenden „Deep Dives“ Themen von Produktivität bis Technik und Personal mit Branchengrößen in offenen Diskussionen erörtert und intensiviert.

Durch den fachlichen Austausch auf dem Partnerkongress konnten technische Entwicklungen in einen größeren Branchenkontext eingeordnet werden. Darüber hinaus teilten die Unternehmen in den „Deep Dives“ direkt ihre Erfahrungen zu zentralen Zukunftsfragen der Branche wie Produktivität, Nachhaltigkeit sowie Personal und Produktion. So ging es beispielsweise in den von Stefan Kirchner, Redakteur bei bauelemente bau, moderierten Runden von jeweils 75 Minuten um die Personalentwicklung im Fensterbau und um die konträre Sichtweise zwischen der Vier- bis Sechs-Tage-Woche.

Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette ist entscheidend

Der Kongress fand in einer Zeit statt, die für den Fensterbau von vielfältigen Umbrüchen geprägt ist. Gleichzeitig ist der Holzfensterbau gefragt wie selten zuvor: Der Sanierungsstau ist immens, es braucht mehr Wohnraum – und parallel dazu wird der CO2-Ausstoß auch beim Bauen zu einer zentralen Größe. Auf allen drei Dimensionen – Sanierung, Neubau und Nachhaltigkeit – kann der Holzfensterbau punkten. „Holz- und Holz/Aluminium-Fenster überzeugen durch Qualität, Ästhetik, Funktionalität und Nachhaltigkeit“, so Eduard Appelhans, Vorsitzender des Bundesverbands ProHolzfenster.

Der Holzfensterbau in Deutschland ist geprägt von kleinen und mittelständischen Betrieben, lokal verwurzelt und teils seit Generationen in Familienhand. Die Branche bringt dabei das Handwerk und Hightech zusammen: Abläufe werden zunehmend digitalisiert, Personal und Organisationsthemen werden sehr ernst genommen. Mit Blick auf das Produkt selbst liege eine große Chance darin, das Holzfenster kreislauffähig zu machen.

All diese Themen wurden auf dem ProHolzfenster Partnerkongress 2026 adressiert. „Das Holzfenster ist längst mehr als ein einzelnes Bauelement. Es wird zum intelligenten Bestandteil eines vernetzten Gebäudes – und damit zu einem Schlüssel für Energieeffizienz, Komfort und Nachhaltigkeit“, so Appelhans. „Entscheidend hierbei ist die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette – und genau aus diesem Grund richtet der Verband seinen Kongress gemeinsam mit den Firmen Warema und Weinig aus.“

Rolle des außenliegenden Sonnenschutzes

Warema zeigte im Rahmen des Partnerkongresses, welche Rolle der außenliegende Sonnenschutz in der energetischen Sanierung künftig einnehmen muss. Angesichts steigender Temperaturen reicht der Austausch einzelner Bauteile nicht mehr aus: Erst das abgestimmte Zusammenspiel von Fenster, Sonnenschutz und Steuerung entscheidet über den tatsächlichen Energiebedarf eines Gebäudes und damit über Heizkosten und Kühlbedarf.

„Außenliegender Sonnenschutz verhindert, dass sich Räume überhaupt aufheizen, steigert dadurch den Wohnkomfort und reduziert den Bedarf an energieintensiver Kühlung nachhaltig”, erklärt Thomas Wiesmann, Geschäftsleitung Window Systems bei Warema. „Gerade im Bestand liegt hier ein bislang unterschätztes Potenzial.“

Warema setzt dabei auf automatisierte Sonnenschutzsysteme, die sich dynamisch an Wetter- und Nutzungsbedingungen anpassen und so sowohl den sommerlichen Hitzeschutz als auch die Energieeffizienz verbessern. Gleichzeitig müssen Lösungen robust, hochwetterfest und windstabil sein, um zunehmenden Wetterextremen standzuhalten.

Automatisierte und digital vernetzte Fertigung

Als Technologie- und Systemanbieter brachte Weinig seine langjährige Erfahrung in die Diskussionen des ProHolzfenster-Partnerkongresses ein und zeigte, wie automatisierte und digital vernetzte Fertigungskonzepte zur Zukunftsfähigkeit des Holzfensterbaus beitragen können. Steigende Variantenvielfalt, Fachkräftemangel und wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen machen deutlich, dass bestehende Produktionsansätze weiterentwickelt werden müssen.

Weinig setzt dabei auf durchgängig automatisierte Gesamtanlagen, in denen Maschinen, Software und Daten nahtlos zusammenspielen – von der Arbeitsvorbereitung bis zum fertigen Fensterbauteil. Durch intelligente Produktionssteuerung lassen sich auch kleinste Losgrößen wirtschaftlich realisieren. Gleichzeitig werden Materialeinsatz, Ausschuss und Energieverbrauch gezielt optimiert und Produktionsprozesse transparenter und stabiler gestaltet.

Den vollständigen Nachbericht zum ProHolzfenster Partnerkongress 2026 lesen Sie in der Mai-Ausgabe von bauelemente bau.

Auf die Homepages der Veranstalter gelangen Sie über die jeweils folgenden Links:

Bundesverband ProHolzfenster e.V., Warema Renkhoff SE, Weinig Gruppe

 

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