29. Mai 2026

IFN stellt Weichen für die nächste Wachstumsphase

Die Zukunft im Blick

Trotz des schwierigen Marktumfeldes investiert die IFN-Gruppe auch weiterhin gezielt in Produktionsstandorte, Neuheiten und Zukunftstechnologien. Foto: Internorm/Werk Sarleinsbach

Die IFN-Holding AG hat im Geschäftsjahr 2025 ihre Marktposition in einem rückläufigen Bauumfeld behauptet. Der Umsatz lag bei 799 Millionen Euro. Bereinigt um Änderungen im Portfolio ergibt sich dabei ein Wachstum von zwei Prozent. Das EBIT stieg auf 24 Millionen Euro (plus acht Prozent). Mit einer Eigenkapitalquote von 61 Prozent und einer Nettoliquidität von rund 110 Millionen Euro verfügt die Unternehmensgruppe über ein starkes finanzielles Fundament für die nächsten Expansionsschritte.

Die schwache Neubautätigkeit bleibt die größte Herausforderung der Branche. Besonders Deutschland und Österreich liegen deutlich unter früheren Fertigstellungszahlen. Laut Euroconstruct wird sich der Markt jedoch mittelfristig stabilisieren: Bis 2028 werden europaweit wieder rund 1,66 Millionen Wohnungen fertiggestellt (2025: 1,44 Millionen). Wachstum zeigt sich aktuell vor allem in einzelnen Märkten wie Spanien oder Irland, während zentrale Märkte weiter unter Druck stehen: Deutschland bleibt mit einem prognostizierten Rückgang der Wohnungsfertigstellungen von rund 15 Prozent zwischen 2024 und 2028 weiterhin unter Druck, während Österreich ebenfalls deutlich unter früheren Neubauzahlen liegt.

„Wir sehen erste positive Signale im Markt, allerdings mit sehr großen Unterschieden zwischen den einzelnen Ländern. Genau deshalb ist unsere breite internationale Aufstellung heute wichtiger denn je“, erläutert Christian Klinger, Miteigentümer der IFN-Holding AG. „Unsere Diversifikation innerhalb Europas hilft uns dabei, Marktschwankungen besser auszugleichen.“

Vor allem die thermische Sanierung entwickelt sich zunehmend zum wichtigsten Wachstumstreiber der Branche. Hohe Energiepreise, steigende Anforderungen an Energieeffizienz sowie der Wunsch nach mehr Versorgungssicherheit führen dazu, dass Investitionen in energieeffiziente Gebäudehüllen weiter an Bedeutung gewinnen.

Strategische Fokussierung stärkt Wettbewerbsfähigkeit

IFN hat 2025 ihr Portfolio weiter geschärft. Mit dem Verkauf der GIG konzentriert sich das Unternehmen stärker auf das Kerngeschäft. Gleichzeitig stärkt die Übernahme des litauischen Unternehmens Roda die Lieferkette und die Präsenz in Nordeuropa. „Wir bündeln unsere internationalen Kräfte und schaffen damit die Basis für nachhaltiges Wachstum innerhalb der Gruppe.

"Unser Fokus liegt klar auf hochwertigen Fenster-, Türen-, Fassaden und Sonnenschutzlösungen für energieeffiziente und moderne Gebäude“, betont IFN Finanzvorständin Mag. Barbara Desl. Bereinigt um die Veräußerung von GIG und den Erwerb von Roda konnte die Unternehmensgruppe im Vorjahr ein Umsatzwachstum von zwei Prozent erzielen.

Unterschiedliche Entwicklungen und strategische Wachstumsfelder

Innerhalb der Gruppe entwickelten sich die Geschäftsbereiche – je nach Marktumfeld – sehr unterschiedlich: Internorm (Umsatz minus 5,5 Prozent) stabilisierte sein Ergebnis in einem negativen Marktumfeld durch seine starke Positionierung im Sanierungssegment sowie im Premiumbereich. Besonders dynamisch entwickelte sich erneut das digitale Geschäft der Gruppe: Der deutsche Online-Bauelementehändler Neuffer konnte mit rund 26 Prozent wachsen und baut seine starke Position im Online-Vertrieb konsequent weiter aus. Der slowakische Fenster- und Türenhersteller HSF wuchs in den Kernmärkten um elf Prozent, Sonnenschutzhersteller Schlotterer um sieben Prozent und der dänische Fenster- und Türenspezialist Kastrup erzielte trotz intensiven Wettbewerbs ein Plus von 14 Prozent. Durch die Übernahme des litauischen Unternehmens Roda, das im Vorjahr um 50 Prozent wachsen konnte, stärkt die IFN-Gruppe zusätzlich ihre Lieferkette und die Versorgungssicherheit im Nordeuropa-Geschäft. Ein wichtiger Schritt auch für die Skanva Group, die mit minus elf Prozent abschloss. Aufgrund bestehender Überkapazitäten bleibt auch das Geschäft beim finnischen Hersteller Skaala leicht rückläufig. Gleichzeitig gelang es IFN, die Beschäftigung im Kern stabil zu halten. Insgesamt beschäftigt die Unternehmensgruppe europaweit weiterhin knapp 4.000 Mitarbeitende.

„Unsere internationale Aufstellung, die starke Positionierung im Sanierungsbereich sowie die konsequente Weiterentwicklung unserer digitalen Geschäftsmodelle schaffen wichtige Wachstumsimpulse für die Zukunft“, erklärt Desl. „Gerade die Verbindung aus regionaler Stärke und europaweiter Skalierung wird zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.“

Investitionen schaffen Basis für zukünftiges Wachstum

In den vergangenen fünf Jahren investierte IFN rund 240 Millionen Euro in Standorte und Produktion. 2025 belief sich das Investitionsvolumen auf 28 Millionen Euro, für 2026 sind rund 41,5 Millionen Euro in die Weiterentwicklung von Standorten, Innovationen und Zukunftstechnologien geplant. „Wir investieren bewusst antizyklisch. Gerade jetzt schaffen wir die Voraussetzungen dafür, um von einer zukünftigen Markterholung profitieren zu können“, erklärt Desl. „Unsere starke Eigenkapitalbasis und die hohe Liquidität ermöglichen es uns, langfristig zu denken und strategisch zu expandieren.“ Die Eigenkapitalquote stieg 2025 auf rund 61 Prozent und unterstreicht die stabile finanzielle Aufstellung der Gruppe.

Energieeffizienz bleibt zentrales Zukunftsthema

Steigende Energiekosten und regulatorische Anforderungen erhöhen die Nachfrage nach Sanierungslösungen. Fenster-, Türen- und Sonnenschutzsysteme spielen dabei eine Schlüsselrolle. „Unsere Produkte schaffen sofort wirksame Lösungen – für geringeren Energieverbrauch, niedrigere Energiekosten und mehr Unabhängigkeit von Energiepreisschwankungen“, sagt Klinger. „Gerade in Zeiten steigender Energiepreise wird deutlich, welchen langfristigen Mehrwert energieeffiziente Gebäude bieten.“ Die thermische Sanierung bleibt dabei eines der wichtigsten Zukunftsthemen der Branche. Neben der Verbesserung der Energieeffizienz leisten Sanierungsmaßnahmen auch einen wichtigen Beitrag zur Erreichung europäischer Klimaziele und zur Entlastung öffentlicher Energiesysteme. Auch die politischen Rahmenbedingungen bestätigen diesen Trend: Förderungen für Sanierung und Energieeffizienz bleiben zentrale Elemente der wirtschafts und klimapolitischen Ausrichtung in Europa.

IFN setzt auf langfristige Entwicklung

Die IFN-Gruppe sieht sich trotz der aktuellen Herausforderungen strategisch sehr gut aufgestellt. Die Kombination aus finanzieller Stabilität, internationaler Diversifikation, digitalem Wachstum und konsequenter Fokussierung auf energieeffiziente Lösungen schafft eine solide Basis für die kommenden Jahre. „IFN sieht sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen gut aufgestellt und setzt weiter auf Wachstum durch Internationalisierung, Digitalisierung und Sanierungsgeschäft. Wir denken langfristig und sind bereit für den nächsten Expansionsschritt“, betont Klinger abschließend.

Weitere Informationen zur IFN-Gruppe finden Sie hier. 

 

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