1. Juli 2026

„Wir haben das schönste Produkt der Welt“

bb-Nachbericht: Isolar Tagung 2026 in Regensburg

Insgesamt 70 Teilnehmende kamen an zwei der heißesten Tage des Jahres nach Regensburg zur Isolar Tagung 2026. Foto: bauelemente bau

Die Mitgliedsunternehmen der Isolar Glas Gruppe trafen sich am 24. und 25. Juni in Regensburg zur alljährlichen Isolar Tagung. Gastgeber war das in Regensburg ansässige Familienunternehmen Glas Natter GmbH, Spezialist auf dem Gebiet der Verarbeitung und Veredelung von Flachglas. Am ersten Tag stand eine Betriebsführung bei Glas Natter in kleinen Gruppen auf der Tagungsagenda. Bei hohen Temperaturen hatte das Unternehmen darüber hinaus mit einigen Erfrischungen bestens für das leibliche Wohl der Teilnehmenden gesorgt.

Hans-Joachim Arnold begrüßte die rund 70 Teilnehmenden am zweiten Tag zum offiziellen Teil der Isolar Tagung. „Es gibt Themen, die die Branche konjunkturell derzeit massiv betreffen“, so Arnold. Dabei lobte er die Arbeit des Bundesverbandes Flachglas e.V. (BF), des Verbandes Fenster + Fassade und der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle für ihre unermüdliche Arbeit in Berlin.

„Der Bauboom ist leider komplett an uns vorbeigegangen“, fügte Arnold hinzu. „Aber die Politik fängt an, uns zu hören, speziell in Sachen Bürokratie. Wir haben das schönste Produkt der Welt und ohne uns würde es viele sinnvolle Lösungen in Sachen Nachhaltigkeit nicht geben. Der Bausektor ist ein großer Hebel, wenn es um CO2-Einsparung geht. Dazu gehören wir und daran müssen wir uns immer erinnern. Kämpft an allen Fronten und redet mit euren Politikern. Und vor allem, motiviert eure Mitarbeitenden“, schloss Arnold.

Von schlechter Laune zur Nutzung von Chancen

Markus Milz machte zu Beginn seines Vortrages „schlechte Laune“, wie er selbst ankündigte. Denn Deutschland ist beim Wachstum des BIP mit 0,32 Prozent im Vergleich mit anderen Ländern weit abgeschlagen. Die Entwicklung der letzten sechs Jahre bereite Sorgen. „Dass wir langsam sind, ist unsere eigene Schuld. Der traurigste Satz der Wirtschaft stammt von Stephen Elop, ehemaliger CEO von Nokia. Er sagte: ‚Wir haben nichts falsch gemacht, aber irgendwie haben wir trotzdem verloren.‘“, so Milz.

Im Marketing und im Vertrieb folgt B2B- dem B2C-Geschäft in der Regel mit einem Versatz von zwei Jahren. Darauf müssen sich die Unternehmen einstellen und moderne Werkzeuge wie beispielsweise KI nutzen, um alleine die immer größer werdenden Datensätze zu beherrschen. Für Milz eröffnen sich in der Nutzung der neuen modernen Werkzeuge für den Vertrieb viele Chancen, die es auszuschöpfen gelte. Dabei gibt es drei Faktoren: Daten sind heutzutage verfügbar, Social Media verteilt sie und die KI kann beide kombinieren. „Ich kann nur jeden ermutigen, vielleicht einmal pro Jahr seine Vertriebskanäle auf den Prüfstand zu stellen und neu zu bewerten“, so Milz.

„Bottleneck ist die Hardware“

Dominik Scheffel von der Wahtari GmbH stellte zunächst das Unternehmen vor. Wahtari ist ein Full-Service Provider für Qualitätssicherung in der Industrie. Das Unternehmen realisiert die Automatisierungslösungen seiner Kunden mit modularen KI-Lösungen. „Der Bottleneck ist heutzutage nicht mehr die Software, sondern eher die Hardware“, so Scheffel. Einer der Kunden von Wahtari ist Arnold Glas aus der Isolar Gruppe. Der Kontakt zu Arnold kam durch ein Projekt zur Erkennung von Nickelsulfideinschlüssen im Glas zustande.

Wie uns das Licht beeinflusst

Nach der Kaffeepause referierte Dr. med. Alexander Wunsch über das Thema Licht und die Auswirkungen auf das menschliche Leben. Dabei spielen die unterschiedlichen Wellenlängen des Lichtes eine signifikante Rolle, wie beispielsweise bei Alterungsprozessen von Haut und Augen. „Falscher Lichtgebrauch speziell zur Nacht führt zu psychischen Krankheiten, das ist wissenschaftlich erwiesen“, so Wunsch.

Die gefährlichste Strahlung der Sonne (UVB-Strahlung 0,13 Prozent) ist gleichzeitig auch für die Aufnahme von Vitamin D verantwortlich. Die Dunkelheit dagegen führt dazu, dass das Hormon Melatonin ausgeschüttet wird und Reparaturvorgänge im Körper auslöst. Zwischen den verschiedenen Lichtspektren gibt es also Gegenpole.

Modulares Bauen für bezahlbare und hochwertige Wohnungen

Philipp Erler von Gropyus sprach über die Themen Modulares Bauen, Digitalisierung und Automatisierung. „Wir arbeiten sehr bewusst mit Fensterherstellern aus unserer Region zusammen, um den gesamten Prozess bei unserem Ansatz verstehen zu können“, so Erler. Zur Philosophie des Unternehmens gehört, bezahlbare hochwertige Wohnungen, nachhaltige zukunftsfähige Gebäude sowie skalierbare Wohnkonzepte zur Verfügung zu stellen.

Alle Gebäude werden aus dem Elementkatalog generiert. In Form und Fassadengestaltung sind die einzelnen Gebäude flexibel, die Module sind standardisiert. Nach der Planung und Genehmigung der Gebäude werden die Module in der eigenen Smart Robotic Factory gefertigt, welche hohe Produktivität und skalierbares Wachstum garantiert.

Die Gewinner des Isolar Objektwettbewerbs

Zum Abschluss des offiziellen Teils der Veranstaltung stand die Verleihung der Preise des Isolar Objektwettbewerbs auf dem Programm. In der Kategorie „Kreative Objekte“ gewann die Glas Natter GmbH. Den Preis in der Kategorie „Innovative Objekte“ konnte die Hunsrücker Glasveredelung Wagner GmbH & Co. KG für sich beanspruchen. In der Kategorie „Repräsentative Objekte“ gewann das spanische Unternehmen Tvitec.

Ausklang auf dem Wasser

Die Isolar Tagung klangt am Nachmittag mit einer Bootsfahrt auf der Donau und einer Abendveranstaltung aus. Das Datum und der Ort der nächsten Isolar Tagung stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Auf die Homepage der Isolar Gruppe gelangen Sie über diesen Link.

 

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