„Wir wollen den Fensterbauer dort unterstützen, wo es möglich ist“
bauelemente bau im Gespräch mit Thomas Weller, Vertriebsleiter Saint-Gobain Glassolutions Isolierglas-Center GmbH, Bamberg
Thomas Weller: „Leichtglas ist für uns inzwischen mehr als nur eine Speziallösung.“ Foto: Saint Gobain Glassolutions Isolierglas Center GmbH
Was passiert, wenn Fensterelemente immer größer werden, gleichzeitig Fachkräfte fehlen und damit auch das Gewicht bei Transport und Montage zunehmend zum Thema wird? Das Saint-Gobain Glassolutions Isolierglas-Center beschäftigt sich mit dieser Frage bereits seit 17 Jahren und hat mit Light-Glas einen Glasaufbau entwickelt, der das Gewicht deutlich reduziert. Thomas Weller, Vertriebsleiter der Saint-Gobain Glassolutions Isolierglascenter GmbH in Bamberg, erläutert, wie die Lösung entstanden ist, welche Erfahrungen damit in der Praxis gesammelt wurden und welche Einsatzmöglichkeiten sich heute bieten.
Herr Weller, mit Light-Glas hat das Saint-Gobain Glassolutions Isolierglas-Center eine neue Leichtglaslösung entwickelt. Welche Zielsetzung stand hinter der Entwicklung und gab es Anforderungen aus dem Markt als Auslöser?
Die ersten Überlegungen dazu gab es bereits vor 17 Jahren. Wir haben uns damals gefragt, wie es mit der Entwicklung beim Glas weitergehen kann. Es kann aus unserer Sicht nicht das Ende der Entwicklung und der Innovationen im Glas sein. Wir mussten etwas verändern. Daraus entstand zunächst die Lösung ClimaTop® Light mit einem Scheibenaufbau von 3-3-3 Millimetern. Vor rund sechs Jahren folgte die Weiterentwicklung zum ClimaTop® Extra Light mit einem Scheibenaufbau von 3-2-3 beziehungsweise 3-2-4 Millimetern. Aktuell sind damit Scheibenformate von bis zu 1.400 mal 2.200 Millimetern möglich. Die Anforderungen haben sich seitdem weiter verstärkt. Die Elemente werden immer größer und damit auch schwerer. Gleichzeitig haben wir mit dem Fachkräftemangel zu tun. Das Gewicht spielt deshalb beim Tragen und bei der Montage eine wichtige Rolle. Den Fensterbauer dort zu unterstützen, wo es möglich ist, war damals wie auch heute unsere Grundmotivation.
Welche technischen Herausforderungen mussten bei der Entwicklung gelöst werden, um Gewicht zu reduzieren und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit moderner Verglasungen sicherzustellen?
Ein wesentlicher Punkt war die Produktion der 2-Millimeter-Scheibe unseres Mutterkonzerns Saint-Gobain. Wir haben ein großes Unternehmen im Rücken, das sehr viel Erfahrung hat und die Abläufe und die Produktion kennt. Gleichzeitig sind dafür in unserer Produktion technisch sehr affine Mitarbeitende notwendig, die wir zum Glück haben. So ist es uns gelungen, die Verarbeitung der dünnen Scheiben gut in die Produktion zu integrieren.
Was unterscheidet Light-Glas von bisherigen Ansätzen zur Gewichtsreduzierung bei Isolierglas und worin liegt der technische Mehrwert der Lösung?
Früher gab es andere Ansätze, zum Beispiel spezielle Folien oder auch Kunststoffscheiben, um das Gewicht bei gleichbleibenden bauphysikalischen Werten zu reduzieren. Das Problem war hier aber immer die Ausdehnung der Folie. Daraus konnten Schäden am Glas und am Element entstehen. Keine dieser Lösungen hat sich über die Jahre durchgesetzt beziehungsweise war optimal und wirtschaftlich. Wir haben deshalb bereits vor 17 Jahren die Richtung eingeschlagen, die wir mit unserem Produkt bis heute verfolgen.
Wo steht die leichte Verglasung von Glassolutions heute im Markt: Handelt es sich noch um eine Speziallösung für bestimmte Anwendungen oder entwickelt sich die Nachfrage bereits in Richtung breiterer Anwendung?
Die Nachfrage steigt stark. ClimaTop® Light und Extra Light wird bei den Verarbeitern immer bekannter und damit auch seine Vorteile. Leichtglas ist für uns inzwischen mehr als nur eine Speziallösung. Die Durchdringung des Marktes dauert allerdings noch. Trotz der klaren Vorteile läuft die Akzeptanz teilweise noch schleppend und mühselig. Es gibt Unsicherheiten hinsichtlich der Performance und bei der Verarbeitung der Scheiben. Dabei sprechen die technischen und praktischen Vorteile aus unserer Sicht für sich. Der fertige Aufbau erreicht einen guten Ug-Wert von bis zu 0,5 Watt pro Quadratmeter Kelvin. Gleichzeitig lassen sich rund 33 Prozent Gewicht einsparen – bei gleichbleibenden Werten beziehungsweise gleicher Performance. Einige Kunden haben auf diese Lösung gewartet. Auch bessere Konstruktionen sind mit Leichtglas möglich.
Das vollständige Interview mit Thomas Weller lesen Sie in der kommenden Ausgabe von bauelemente bau, welche am 3. September erscheinen wird, auf den Seiten 108 und 109.
Mehr zur Saint-Gobain Glassolutions Isolierglascenter GmbH erfahren Sie über diesen Link.
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