16. Juli 2021

„Think Globally, Build Locally”

bb-Rückblende: 3. International Next Façade Summit

Der Moderator und die Speaker vor Ort im Next Studio (v.l.): Dr. Werner Jager, Louis Becker, Andreas Moser sowie die beiden virtuellen Speaker Ron Arad und Tobias Wallisser. Foto: Wicona / Mediashots

Am 24. Juni 2021 drehte sich im Next Studio by Wicona + Partners in Frankfurt alles um internationale Fassaden-Architektur. Vier renommierte Architekten gewährten bei der dritten Ausgabe der Reihe „International Next Facade Summit“ unter dem obigen Motto spannende Einblicke in den Designprozess, die Planung und Realisierung von Gebäudehüllen in unterschiedlichen Märkten.

Gleich zu Beginn des von Wicona-Geschäftsführer Dr. Werner Jager moderierten Livestreams wartete ein echtes Highlight: Der weltweit bekannte Industriedesigner und Architekt Ron Arad vom Büro Ron Arad Associates (London) tauchte in den kreativen Prozess von Idee und Designentwicklung ein. Sein Anspruch dabei: „Etwas zu designen heißt für mich etwas zu erschaffen, das vorher nicht existierte.“ Dabei zeigte die vielfach ausgezeichnete „Ikone“ das gesamte Spektrum seiner Arbeit – von der klassischen Handskizze über Industriedesign-Entwürfe bis hin zur Gestaltung komplexer (Fassaden-)Architektur. Nicht zuletzt stellte Arad weltweit angesehene Projekte vor. Beim Hochhaus ToHa Tower (Tel-Aviv) setzte der Architekt unter anderem zur Fassadengestaltung auf die ultrakompakten Oberflächen Dekton® von Next Partner Cosentino. Ebenfalls ein herausragendes Projekt: Das Design Museum Holon (Israel). Das einzigartig geformte Gebäude verfügt über eine Stahl-Fassade, die an große Federspiralen erinnert.

Konzepte mit nachhaltiger Wirkung

„Visionäre Architektur“ lautete der Titel des Vortrags von Tobias Walliser. Der Mitbegründer des „Laboratory for Visionary Architecture” (Lava) und Professor für Architektur und Innovative Bau- und Raumkonzepte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart veranschaulichte zunächst die Philosophie des renommierten Büros – „More with less“ bedeute zum Beispiel, mit möglichst geringem Einsatz natürlicher Ressourcen ein für den Bauherr bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Charakteristisch für Lava sei auch die Arbeitsweise. Man setze auf eine ausführliche Bestandsaufnahme beziehungsweise Analyse, einen konsequenten digitalen Workflow sowie neueste (Produktions-)Technologien und lasse sich immer wieder aus der Natur inspirieren. Wie dies in der Praxis genau aussieht, schilderte der Architekt unter anderem anhand des „Life Hamburg“ – einem energieautarken Campus für lebenslanges und selbstbestimmtes Lernen. Darüber hinaus zeigte Walliser visionäre Projekte wie den Energie- und Zukunftsspeicher in Heidelberg oder den Deutschen Pavillon zur Expo 2020 in Dubai. Hier gestaltete Lava ein besonders nachhaltiges vertikales Ensemble von Gebäudeteilen, das von einer gemeinsamen Struktur gefasst wird.

„Die Welt in kleinen Schritten besser machen“

Zum Start seines Vortrags stellte Mitbegründer Andreas Moser vom Büro Cyrus Moser Architects (Frankfurt) zunächst die Frage „Was ist eigentlich Urbanität?“. Seine Antwort: Es ist nicht die gebaute Architektur (allein). Vielmehr komme es auf eine lebendige Atmosphäre, den schnellen und unkomplizierten Austausch und das Zusammenkommen der Menschen an –  und aus all dem entstehe schließlich Urbanität. Vor diesem Hintergrund beleuchtete Moser – als aktuelle Interpretation von Urbanität – das von Cyrus Moser entworfene „Hybrid-Konzept“ des One Forty West in Frankfurt. Das Hochhaus mit seinen umlaufenden Balkonen zeichnet sich durch eine gemischte Nutzung mit Premium-Appartements, Hotel und Gastronomie aus – kurze Wege und flexible Strukturen fördern die Interaktion und Lebensqualität der Menschen. Ein weiteres, herausragendes Projekt des Büros ist das in unmittelbarer Nähe noch im Bau befindliche Ninty-Nine West – auch Senckenberg Turm genannt. Eine der Besonderheiten hier: Dank des Einsatzes von Recycling-Aluminium von Wicona an der Fassade konnten mehr als 2.600 Tonnen CO2 eingespart werden.

„Creating Places“ als zentraler Antrieb

„Architektur ist im Wesentlichen die Inszenierung menschlicher Interaktion“ – so lautete das Credo von Louis Becker. Was der Global Design Principle des international agierenden Büros Henning Larsen Architects unter „Creating Places“ versteht, erklärte er in seinem Vortrag anhand zahlreicher Projektbeispiele aus verschiedenen Klimazonen. Ob das neue Rathaus in Kiruna, das Zukunftsquartier Wolfsburg Connect in der VW-Stadt oder die kreative Umsetzung der Queensland University of Technology in Brisbane: Für jedes der Bauvorhaben hat das Team von Henning Larsen Architects ein genau auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmtes Gebäudedesign- und Nutzungskonzept mit dem „Menschen im Mittelpunkt“ entwickelt – immer auf Basis einer ausführlichen Analyse der Nutzeranforderungen. Louis Becker: „Architektur muss direkt mit den Nutzern sprechen und der Gesellschaft, in der sie gebaut wurde, etwas zurückgeben.“

Die komplette Aufzeichnung des Events ist über diesen Link abrufbar.

Hier geht es auf die Homepage des Next Studios.

 

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