18. Oktober 2021

Moderne, wulstfreie Schweißverfahren liefern nötige Eckenfestigkeit

bb-Rückblende: GKFP TechnologieForumZukunft „Moderne Schweißverfahren“

Die Moderation der Diskussionsrunde übernahm Oliver Frey (l.); die Teilnehmer v.l.: Dr. Claus Dörnfeld, André Karbstein, Martin Willing und Konrad Schürer. Foto: bauelemente bau

Der Schweißprozess entscheidet maßgeblich über die Funktionstüchtigkeit und Langlebigkeit eines Kunststoff-Fensters. Für die Gütegemeinschaft Kunststoff-Fensterprofilsysteme e.V. (GKFP) der Anlass, in ihre Gütesicherung RAL-GZ 716 auch den Schweißprozess einzubeziehen. Die Markteinführung moderner, wulstfreier Schweißtechniken war für die Gütegemeinschaft auch der Grund, sich im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „TechnologieForumZukunft“ unter dem Motto „Moderne Schweißverfahren für gütegesicherte Kunststoff-Fenster“ eingehend mit der Thematik zu beschäftigen.

Als Format dafür wurde erneut eine Videoübertragung gewählt, die die Gütegemeinschaft in Person von GKFP-Geschäftsführer Gerald Feigenbutz und Öffentlichkeitsreferentin Claudia Könsgen moderierte. Austragungsort war RAL – Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. in Bonn. Um eine ganz wesentliche Information vorweg zu nehmen: Entgegen landläufiger Meinung und nach Untersuchungen des Kunststoff-Zentrums SKZ in Würzburg liegt sowohl die Eckenfestigkeit als auch die Dauerhaftigkeit der Verbindung auf dem Niveau der konventionellen Schweißtechnik.

Die Veranstalter hatten sich zum Ziel gesetzt, den Teilnehmern mit einer Kombination aus Impulsvorträgen, Videos und Podiumsdiskussion einen Einblick zu verschaffen, welche Möglichkeiten die modernen, nahtlosen Schweißverfahren bieten, aber auch worin die Herausforderungen liegen.

Über 60 Jahre mit derselben Technologie

Im einleitenden lmpuls-Vortrag wurden die modernen Schweißverfahren aus der Sicht des Maschinenbauers beziehungsweise Profilherstellers betrachtet. Die verschiedenen Positionen wurden dabei von den beiden Obmännern des GKFP-Arbeitskreises „Profil/Maschinen“, Joachim Hauns (aluplast) und Michael Walther (Urban), vertreten. „Auch wenn die Schweißtechnik über die Jahre immer wieder modifiziert und optimiert wurde, so haben wir im Wesentlichen über 60 Jahre mit derselben Technologie gearbeitet“, machte Walther deutlich. Im Gegensatz dazu hätten sich die Profile stark gewandelt. Dies äußere sich nicht nur in einer höheren Bautiefe, sondern auch in einer größeren Formenvielfalt, in Materialkombinationen wie Glasfaser-verstärkungen, verschweißbaren Dichtungen, Alu-Deckschalen etc., so Hauns.

Zentrales Element der Gütesicherung

„Der Schweißprozess ist Teil der Erfolgsgeschichte des Kunststoff-Fensters und auch ein zentrales Element der Gütesicherung“, machte Ralf Grewenig (profine), Mitglied des Güteausschusses der Gütegemeinschaft, in seinem Statement deutlich. Die Schweißeignung der Profile wird daher im Rahmen der Gütesicherung extern überwacht und durch Eckenbruchtests überprüft. Die Vorgaben dabei sind unabhängig vom eingesetzten Schweißverfahren.

Wird die geforderte Eckfestigkeit erreicht?

In Gesprächen mit Vertretern der Fenster- und Maschinenbranche wird immer in Frage gestellt, ob denn die neuen Schweißverfahren, wie sie von Graf Synergy, KMW und Urban angeboten werden, auch die für die Funktionalität erforderlichen Eckenfestigkeitswerte erreichen. Um diese Frage zu beantworten, hat die Gütegemeinschaft eine wissenschaftliche Untersuchung durch das Kunststoff-Zentrum SKZ in Würzburg in Auftrag gegeben, bei der die Eckenfestigkeit „alternativ“ verschweißter Fenster sowie das Langzeitverhalten unter Materialermüdung untersucht wurde.

Dabei zeigte sich laut Dr. Eduard Kraus, Bereichsleiter „Fügen und Oberflächentechnik“ am SKZ, ein erster Trend, dass die modernen Schweißverfahren die Vorgaben erfüllen. Unterschiede im Eckenbruchwert (Kurzzeitwert) würden in der zyklischen Langzeitbelastung zunehmend ausgeglichen.

Aus diversen Blickwinkeln

Mit der darauf folgenden Podiumsdiskussion wurde das Thema nochmals aus der Sicht der Profilhersteller, Maschinen- und Fensterbauer sowie der Gütegemeinschaft vertieft. Dazu hatte die GKFP als Moderator Oliver Frey eingeladen, der die Diskussion führte. Als Gesprächspartner standen ihm Dr. Claus Dörnfeld, Leiter des Qualitäts-Managements bei Salamander und Obmann in der Gütegemeinschaft, André Karbstein, Inhaber des Maschinenbau-Unternehmens KMW, sowie Martin Willing, Produktmanager beim Sonderfenster-Spezialisten Ventana, und Konrad Schürer, Technikleiter der Pax AG, Rede und Antwort.

Fortsetzung folgt

Die Veranstaltungsreihe „TechnologieForumZukunft“ soll auch im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Dabei sollen die Schwerpunkte auf Oberflächen sowie deren sachgerechte Pflege und Reinigung liegen.

Den vollständigen Nachbericht zur Veranstaltung lesen Sie im Rahmen der Rubrik „EPPA, Gütegemeinschaft und QKE informieren“ in der November-Ausgabe von bauelemente bau.

Mehr Informationen zur GKFP gibt es über diesen Link.

 

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