12. Mai 2022

bb-Marktübersicht: Wärmegedämmte Systemkonstruktionen

Das Gebot der Stunde

Eine ganze Reihe von Systemhäusern hat ihr Portfolio um Terrassendächer erweitert. Foto: heroal

Der Green Deal der Europäischen Kommission hat die Optimierung der Wärmedämmung wieder zum primären Entwicklungsziel gemacht. Zudem führt uns der Krieg in der Ukraine und die Unsicherheit hinsichtlich der Energieversorgung die Notwendigkeit einer Unabhängigkeit von Energie- und Rohstoffimporten mit bisher nicht gekannter Deutlichkeit vor Augen. Mit der aktualisierten Marktübersicht der wärmegedämmtem Systemkonstruktionen aus Aluminium, Stahl und Edelstahl wollen wir aber auch beleuchten, welche Fortschritte in den Disziplinen Sicherheit, Brandschutz, Schalldämmung, Lüftung, Komfort und Nachhaltigkeit gemacht wurden.                        

 

Für weiter erhöhte Anforderungen an die Wärmedämmung sind die Systemhäuser gut gerüstet. Nahezu alle haben auch passivhaustaugliche Konstruktionen in ihrem Portfolio. Für darüber hinaus gehende Anforderungen an den Wärme- und Schallschutz haben die Hersteller Verbund- und Kastenfenster-Konstruktionen im Angebot.

 

Weiter ausgebaut haben die Systemhäuser auch ihr Programm an Schiebeelementen. Neue Beschlagkonzepte machen nicht nur eine intuitive Bedienung möglich, sie eröffnen auch die Einsatzmöglichkeit in Hochhäusern. Die dafür notwendige Dichtigkeit wird in Kombination mit einer umlaufenden Dichtung sowie einem neuen Öffnungsprinzip realisiert. Denn beim Schließen wird der Flügel in die Dichtung gezogen. Durchaus möglich, dass die neue Beschlagtechnik auch genutzt wird, um in Fassaden jetzt verstärkt auch Schiebefenster einzubauen. Wird doch damit teurer Platz im Innenraum eingespart.

 

Von Gutmann wird eine außergewöhnliche Holz/Aluminium-Elementfassade auf den Markt gebracht. Außergewöhnlich ist auch die Montage der Konstruktion. Dabei kommt das bekannte Aluminium-Elementfassadensystem EF68 zum Einsatz. Auf die Aluminium-Grundkonstruktion wird in einem zweiten Arbeitsschritt auf der Fassadeninnenseite eine Holz-Trägerschale aufgebracht.

 

Spezialist für solaraktive Gebäudehüllen             

 

Schon viele Jahre gibt es die Idee, die doch recht stattlichen Fassadenflächen großer Büro- und Fabrikgebäude zur Gewinnung von Solarenergie zu nutzen. Konsequent verfolgt wurde dieses Konzept jedoch nicht, sodass es bei einzelnen Objekten blieb, von einem Durchbruch im Markt und einer breiten Anwendung nicht gesprochen werden kann.

 

Daher lässt die Gründung der Grenzebach Envelon GmbH im Oktober letzten Jahres durch die international agierende Grenzebach Gruppe aufhorchen. Denn damit eröffnet sich die Unternehmensgruppe ein neues Geschäftsfeld mit großem Potenzial: solaraktive Gebäudehüllen.

 

Das Unternehmen Grenzebach ist in der Branche als Anbieter von Anlagen für die Produktion und Weiterverarbeitung von industriellem Floatglas bekannt. Die neue Marke Envelon vereint als Teil der Grenzebach Gruppe jahrelange Solar- und Fassadenerfahrung mit der Expertise von Grenzebach in der Glasindustrie.

 

Im Gegensatz zu klassischen Solaranlagen auf dem Dach fokussiert sich das Unternehmen auf architektonische Lösungen in der Fassade und will hohe Ansprüche an die Ästhetik mit einer hohen Effizienz verbinden. Bei den Envelon-Modulfassaden handelt es sich um rahmenlose, hochwertige Glaselemente, die in verschiedenen Farben verfügbar sind.

 

Auch eine Frage der Versorgungs-Sicherheit                 

Die Recyclinginitiative A|U|F wurde ursprünglich einmal aus Gründen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes gegründet. Heute wird dank der A|U|F knapp die Hälfte der in Deutschland anfallenden Aluminiumschrotte aus dem Baubereich einem geschlossenen Wertstoffkreislauf zugeführt. Was einer Jahres-Gesamtmenge von etwas mehr als 75.000 Tonnen in 2021 entspricht.

 

Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine bekommt das Engagement der Mitglieder der A|U|F zusätzliche Bedeutung. Auf Grund der beschlossenen Sanktionsmaßnahmen importiert Europa aus Russland kein Primäraluminium mehr. Damit gewinnt das Recycling von ausgedienten Bauprodukten aus Aluminium gewissermaßen über Nacht zusätzlich an Bedeutung. Umso wichtiger ist es für die Branche, sich den Zugriff auf die verbauten Altfenster und die daraus gewonnen Recyclate zu sichern.

 

Der Boom hält weiter an                 

Neben dem klassischen Fenster-, Türen- und Fassadengeschäft hat in den letzten Jahren vor allem das Thema Outdoor Living an Bedeutung gewonnen. Schlagendes Beispiel dafür ist die Investition von über 70 Millionen Euro in ein eigenes Werk für Terrassendächer, die das belgische Unternehmen Renson getätigt hat. Daher werden in diesem Jahr auch Konstruktionen für den Bau von Terrassendächern und Wintergärten in der Marktübersicht eine Rolle spielen.

 

So erfreulich die stark gestiegene Nachfrage auch ist, so bringt die Begeisterung der Endverbraucher für die Produkte eine ganze Reihe von Anbietern auch in Verlegenheit. Diese sehen mittlerweile davon ab, die Produkte weiter zu bewerben, haben sie doch schon heute massive Probleme bei der Lieferung der aus dem Markt angefragten Mengen.

 

Die Marktübersicht der Innentüren startet in der Mai-Ausgabe von bauelemente bau auf der Seite 79.