23. September 2022

Wichtige Neuheiten der glasstec im Überblick

bb-Messe-Nachlese: glasstec 2022

Trotz eines geringeren Besucheraufkommens sind die Aussteller zufrieden mit dem Verlauf der glasstec. Foto: bauelemente bau

Die Rahmenbedingungen ließen es nicht anders erwarten: Der Krieg in der Ukraine, die Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und die drastisch gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise haben dazu geführt, dass die glasstec 2022 mit deutlich weniger Ausstellern an den Start ging; auch war ein Trend zur Verkleinerung der Messestände zu erkennen. Dennoch lässt sich nach den vier Messetagen sagen, dass die glasstec auf einem guten Weg in Richtung Normalität ist. Sollte nicht noch etwa Schwerwiegendes dazwischen kommen, ist damit zu rechnen, dass in zwei Jahren an das Niveau der Veranstaltungen vor der Corona-Krise angeschlossen werden kann.

Vor vier Jahren waren noch 1.280 Aussteller aus 50 Ländern angetreten, um 42.000 Besuchern aus über 120 Ländern ihre Neuheiten zu präsentieren. Mit rund 940 Ausstellern aus 47 Nationen, damit einem Verlust von rund 25 Prozent der Aussteller, fiel die heurige glasstec kleiner und der Zuschnitt der Messehallen luftiger aus. Die Zahl der Besucher war mit 30.000 damit entsprechend geringer. Dafür dürften vor allem die in etlichen Ländern gültigen Beschränkungen der Reisefreiheit verantwortlich sein.

Es gab jedoch genügend Aussteller, die der um fast 30 Prozent reduzierten Besucherzahl durchaus auch etwas Positives abgewinnen konnten. Man habe den Gästen mehr Zeit widmen können. Diese wiederum hätten sich für ihre Gespräche mehr Zeit als sonst genommen.

Die Glasbranche als Vogelschützer

Ein überraschend großes Engagement der Branche beziehungsweise einer ganzen Reihe von Unternehmen gilt dem Vogelschutz. Die Lösungen, die dabei gefunden werden, sind recht unterschiedlich. Während die Arnold-Gruppe, der Pionier in Sachen Vogelschutz, komplett auf nicht transparente Strukturen verzichtet, setzt Haverkamp mit seinen speziellen Folien genau darauf. Bora Ident, Tochterunternehmen der Hegla-Gruppe, setzt auf die Laserbearbeitung der Gläser. Dabei ist das Unternehmen in der Lage, die Bearbeitung auch noch nachträglich vorzunehmen, so dass auch die Verglasung bestehender Gebäude „vogelfreundlich“ gemacht werden kann.

Identifizieren und Nachverfolgen

Die Lösungen von Bora Ident oder der cericom, Partner der LiSec-Gruppe, kann auch für die eindeutige Glasmarkierung oder aber zur Anbringung von QR-Codes auf Fensterrahmen eingesetzt werden. Das Startup Biss.ID hat dagegen einen Tracker für Gestelle und Langgutpaletten präsentiert, die die in der Branche beklagte jährliche Verlustrate deutlich reduzieren könnte. Von Saint Gobain kommt mit iWin eine Lösung zur eindeutigen Identifizierung von Isolierglas-Einheiten Diese werden mit einem RFID-Chip im Randverbund ausgestattet. Damit kann jede Glaseinheit identifiziert und verfolgt werden.

Die Sache nimmt Schwung auf

Schon seit vielen Jahren ist von gebäudeintegrierter Photovoltaik die Rede, ohne dass diese größere Marktbedeutung gewonnen hätte. Die Notwendigkeit, in Sachen Energieversorgung unabhängiger zu werden, verleiht dem Thema neuen Schwung und beflügelt den Wunsch, große Fassadenflächen für die Energiegewinnung zu nutzen. Auf der diesjährigen glasstec waren gleich zwei Unternehmen vertreten, die sich für diese Anwendung stark machen.

Schon länger in diesem Geschäft tätig ist die Avancis GmbH mit Sitz in Torgau als Pionier der Dünnschicht-Photovoltaik. Das Unternehmen stellt PV-Module für stromproduzierende Fassaden, Dächer und Freiflächen her. Die in zahlreichen Farben erhältlichen Skala-Module sind mit nahezu allen gängigen Fassadenmaterialien kombinierbar. Eine Verkleidung der Gebäudehülle mit Solarmodulen ist an Industriegebäuden genauso umsetzbar wie an Wohngebäuden verschiedenster Größen.

Die Grenzebach Gruppe hat kürzlich das auf solaraktive Fassaden spezialisierte Unternehmen Envelon ins Leben gerufen und am Stammsitz im bayerischen Hamlar Mitte September die Solarmodul-Produktion aufgenommen.

Unseren vollständigen Messe-Nachbericht sowie den Teil I unserer Messe-Nachlese finden Sie in der kommenden Ausgabe von bauelemente bau, die am 6. Oktober druckfrisch verschickt wird.

Auf die Homepage der glasstec geht es hier entlang.

 

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