3. Januar 2024

„Wir können unter den gegebenen Bedingungen zufrieden sein“

bauelemente bau im Gespräch mit Rainer Irouschek, Andreas Grüb und Axel Schmidt, alle Continental

Rainer Irouschek: „Wir haben auch in der jüngsten Vergangenheit von der Konzernstruktur profitieren können.“ Foto: bauelemente bau

In den letzten zwei Jahren hat sich in der Branche einiges getan, vor allem musste sie auf verschiedene äußere und teilweise nicht vorhersehbare Einwirkungen reagieren. Davon ist auch der Folienhersteller Continental (ehemals Hornschuch) im hohenlohischen Weißbach als Lieferant für Profil- und Fensterhersteller betroffen gewesen. Für uns Grund genug, dem Unternehmen nach zwei Jahren wieder einen Besuch abzustatten und uns nach den wichtigsten Veränderungen zu erkundigen. Rainer Irouschek, Geschäftsbereichsleiter Exterior Living bei Continental, gab uns Auskunft über die allgemeine Lage des Oberflächen-Spezialisten. Mit Andreas Grüb, Leiter Produktmanagement Exterior Living, sprachen wir über die Oberflächen-Trends am Profil- und Fenstermarkt. Natürlich ist auch das Marketing ein zentrales Thema für die Ausrichtung eines Unternehmens. Über die Marke „skai“ beziehungsweise „Conti“ und über Messen befragten wir Axel Schmidt, Leiter Kommunikation beim Oberflächenspezialisten von Continental.

Die aktuellen Zahlen des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) für den deutschen Fenstermarkt prognostizieren für die Jahre 2023 sowie für 2024 einen Rückgang. (Das Interview haben wir bereits im November 2023 geführt. Anm. der Redaktion) Inwieweit schlägt sich diese Entwicklung bereits bei Continental im Bereich Exterior Living nieder?

Irouschek: Die Planung für 2023 war in der Tat höher ausgelegt. Die Jahresplanung legen wir gewöhnlich immer relativ früh fest. Im Laufe dieses Jahres war ein Einbruch aber spürbar. Jetzt sind die aufgebauten Lager bei unseren Kunden bereinigt, somit bekommen wir jetzt auch wieder Bestellungen im gewohnten Umfang. Generell ist es in diesen unruhigen Zeiten schwierig, die Lage vorauszusehen. Aktuell läuft es bei uns aber wieder so, dass wir unter den gegebenen Bedingungen zufrieden sein können.

Konnte diese Tendenz mit der Unterstützung durch die Continental-Gruppe aufgefangen werden?

Irouschek: Wir haben von der Konzernstruktur profitieren können, auch in der jüngsten Vergangenheit. Speziell was das Thema Investitionen in der Produktion bei uns hier in Weißbach angeht. Mit dem neuen Kalander, der neuen Prägeanlage und zusätzlichen Schneidanlagen haben wir die Chance auf weiteres Wachstum und sehen uns auch sehr gut aufgestellt. Wir werden definitiv als strategisches Geschäftsfeld innerhalb der ContiTech angesehen und sind als Exterior Living ein wichtiger Bereich.

Und wie sieht die Prognose für das Jahr 2023 aus? Gab es Verschiebungen von Anteilen in den verschiedenen Märkten?

Irouschek: Bei der produzierten Menge liegen wir etwas unter Vorjahr. Wie schon erwähnt hatten wir den Effekt in der ersten Jahreshälfte am stärksten zu spüren bekommen. Ganz generell kann man jedoch sagen, dass der Anteil an beschichteten und folierten Profilen weiter zugenommen hat. Wir konnten auch einiges in ausländischen Märkten wie beispielsweise den USA, Südamerika oder auch Indien kompensieren. Das Jahr 2023 war insgesamt sehr vom Ländermix, vom Kundenmix, aber auch vom jeweils spezifischen Produktportfolio geprägt.

Kommen wir zu den Oberflächen: Wie sehen die aktuellen Trends hinsichtlich Farben aus?

Grüb: Grau ist immer noch die „Basic-Farbe“, diese wird es vermutlich immer geben. Derzeit geht der Trend in ein etwas wärmeres Grau weg vom Anthrazit, welches eher bläulich ist und daher kalt wirkt. Wärmere Grautöne sind eher mit Eisenglimmer versehen und greifen einen Rost-Ton auf. Eine „Grau-Verwandtschaft“ ist aber immer zu sehen. Die folierten Fensterprofile müssen ja auch immer kompatibel mit der Fassade sein. Schwarz ist immer mehr im Kommen, war aber vor ein paar Jahren bereits als Trend vorhanden. Überraschungen bei Farben gibt es eigentlich nur, wenn der Architekt etwas Individuelles einbringen möchte.

Und wie sieht es bei den Trends zur Oberflächenbeschaffenheit aus?

Grüb: Es geht sehr stark zu matten Oberflächen. Die Branche legt verstärkt Wert auf die Optik, gerade auch mit der neuen und sauberen Schweißtechnologie. Je matter die Oberfläche ist, desto weniger fällt der Richtungswechsel der Folien an der Fensterecke auf. Diese beiden Aspekte werten ein Kunststoff-Fenster auf, es sieht einfach sauberer aus. Die matten Oberflächen werden auch wegen der optischen Kompatibilität zur Pulverbeschichtung wertgeschätzt.

Gibt es im Bereich Exterior Living signifikante Änderungen zum Jahreswechsel?

Schmidt: Ja, durchaus! Bisher sind wir im Bereich Exterior Living mit unseren Folien unter der Marke „skai“ aufgetreten. Das wird sich jetzt ändern, denn die Folien laufen jetzt direkt unter der Marke „Conti“. Das ist insbesondere für unsere Profil- und Fensterkunden wichtig. Die Marke skai wird bleiben, aber lediglich im Interieur-Bereich bei Kunstleder und bei Möbelfolien, wie sie in der Küche und im Bad zum Einsatz kommen.

Die Ausstellungsfläche auf der kommenden Fensterbau Frontale in Nürnberg ist so gut wie ausgebucht. Haben Sie sich Ihren Platz bereits gesichert?

Schmidt: Ja! Wir sind in Nürnberg wieder an der gleichen Stelle wie bei unserem letzten Auftritt vor der Corona-Pandemie mit derselben Standgröße, also in Halle 5 am Standplatz 202. Wir sind sehr gespannt auf die Messe und freuen uns darauf. Wir wollen möglichst viele unserer Kunden und auch die Kunden unserer Partner und Kunden ansprechen. Das schließt natürlich auch die internationalen Kunden mit ein. Um diese große Gruppe treffen zu können, nehmen wir diese große Investition in die Hand. Viele ausländische Märkte, insbesondere in Nordamerika, passen sich den europäischen Standards an, was für uns natürlich von großem Interesse ist.

Das vollständige Interview lesen Sie in unserer Januar-Ausgabe auf den Seiten 22 bis 24.

Auf die Homepage des Bereichs Exterior Living von Continental geht es hier entlang.

 

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