Internorm behauptet sich im Markt trotz schwierigem Umfeld
Stabile Performance in Zeiten willkürlicher Politik
Internorm – hier der Hauptstandort in Traun bei Linz – erzielte im Geschäftsjahr 2025 in einem herausfordernden Marktumfeld einen Umsatz von 407 Millionen Euro. Foto: Internorm
Trotz eines herausfordernden Marktumfelds erzielt Internorm im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 407 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von minus 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Auftragseingang fällt der Rückgang mit minus 2,3 Prozent deutlich geringer aus und liegt damit nahezu auf Vorjahresniveau.
Internorm kann sich dank Qualität, Service und starker Vertriebsstruktur auch unter schwierigen Rahmenbedingungen im Markt behaupten und ein stabiles Ergebnis liefern. Neben der längsten Rezession der Nachkriegsgeschichte erschweren auch wechselnde Rahmenbedingungen in der Förderpolitik die Entwicklung der Branche.
Im Heimat- und Hauptmarkt Österreich verzeichnet Internorm 2025 – nach der starken Entwicklung des Vorjahres – einen leichten mengenmäßigen Rückgang von minus 3,3 Prozent. Besonders deutlich ist der Mengenrückgang in Italien. Mit minus 15,4 Prozent ist dieser vor allem auf die deutlich reduzierte Sanierungsförderung zurückzuführen. Positiv entwickeln sich hingegen die übrigen Märkte. Deutschland, die Schweiz und Frankreich verzeichnen ein leichtes Wachstum und tragen damit zur Stabilisierung des Gesamtergebnisses bei.
„Wir haben im vergangenen Jahr mehrere herausfordernde Faktoren gesehen: eine weiterhin schwache Baukonjunktur und eine Konsolidierung des Neubaus auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in den Vorjahren. Gleichzeitig stagniert der Sanierungsmarkt, was angesichts der häufig wechselnden Rahmenbedingungen in der Förderpolitik in Österreich wenig überrascht. Unter diesen Umständen verlief das vergangene Jahr insgesamt stabil“, sagt Johann Brandstetter, Geschäftsführer Internorm International. Die Zahl der Mitarbeitenden verringerte sich leicht und liegt nun bei 1.942 Vollzeitäquivalenten.
Fenstermarkt konsolidiert sich auf niedrigem Niveau
Diese Entwicklung wird auch durch die Entwicklung des Fenstermarktes im DACH-Raum bestätigt: So zeigt sich eine leichte Erholung im Neubau – allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau als in den vergangenen Jahren. Für den österreichischen Neubau wird für das kommende Jahr ein mengenmäßiges Wachstum von 5,5 Prozent prognostiziert. Das Niveau von 2022 dürfte jedoch auch in den nächsten zwei Jahren nicht wieder erreicht werden. Demgegenüber steht ein stagnierender Sanierungsmarkt, für den erst ab 2027 wieder ein leichtes Wachstum erwartet wird.
„Wir sehen erste Anzeichen dafür, dass sich die Baukonjunktur langsam verbessert. Die deutlich reduzierte Ausgangssituation kann dadurch jedoch noch nicht kompensiert werden. Was wir in Österreich angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen vermissen, ist eine verlässliche und planbare Fortsetzung der Sanierungsförderung – insbesondere für die thermische Sanierung von Gebäuden“, schließt Brandstetter. Während im Förderjahr 2024 noch 66 Prozent der Internorm-Produkte in der Sanierung eingesetzt wurden, waren es im letzten Jahr nur mehr 59 Prozent.
Klares Bekenntnis zu den drei österreichischen Standorten
Internorm hat in den vergangenen 95 Jahren mehr als 30 Millionen Fenster und Türen in die ganze Welt geliefert. Gefertigt werden sie ausschließlich in Österreich. Allein in den vergangenen zehn Jahren investierte das Unternehmen mehr als 200 Millionen Euro in seine drei österreichischen Standorte in Traun, Sarleinsbach und Lannach. Auch für 2026 sind Investitionen und damit auch ein Ausbau der regionalen Wertschöpfung in Höhe von 21 Millionen Euro geplant – ein Niveau, das trotz der schwierigen konjunkturellen Lage deutlich über jenem der Zeit vor Corona liegt. Investiert wird an allen Standorten in Gebäude und Anlagen.
„Wir stehen zum Standort Österreich – auch wenn es uns nicht immer leicht gemacht wird. Von bürokratischen Hürden bis hin zu häufig wechselnden politischen Rahmenbedingungen: Wir sind ein österreichisches Familienunternehmen und möchten das auch bleiben. Wir stehen hinter unseren Standorten und unseren Mitarbeitenden und werden auch weiterhin zukunftsorientiert in unsere Werke investieren“, sagt Christian Klinger, Miteigentümer und Unternehmenssprecher von Internorm.
Thermische Gebäudesanierung als Hebel im Klimaschutz
Gebäude zählen zu den größten Energieverbrauchern in Europa: Rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs sowie etwa 36 Prozent der energiebedingten Treibhausgasemissionen in der Europäischen Union entfallen auf den Gebäudesektor. In Österreich werden rund 27 Prozent des Endenergieverbrauchs für Raumwärme, Warmwasser und Kühlung in Gebäuden aufgewendet. Eine umfassende thermische Sanierung kann den Energiebedarf eines Gebäudes um bis zu 76 Prozent senken. Damit wird deutlich, welche zentrale Rolle die Gebäudesanierungen für das Erreichen der Klimaziele spielen.
„Wenn Österreich seine Klimaziele bis 2030 nicht einhält, drohen Strafzahlungen von mehr als sechs Milliarden Euro für den österreichischen Steuerzahler“, warnt Klinger und fügt an: „Trotz der großen Bedeutung des Klimaschutzes fehlt derzeit eine langfristige und ganzheitliche Strategie im Bereich der Gebäudesanierung. Dazu braucht es eine sinnvolle Kombination verschiedener Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge sowie eine verlässliche und kontinuierliche Förderungspolitik für die Bevölkerung.“
Sanierung rechnet sich
Gebäudesanierungen bringen zahlreiche positive Effekte. Durch eine verbesserte Energieeffizienz werden Heiz- und Kühlkosten gespart; das Zuhause wird widerstandsfähiger gegenüber Extremwetter und langfristig zukunftsfähig. Zudem verbessert eine ganzheitliche Sanierung die Wohngesundheit deutlich.
Eine Studie des Ökonomen Prof. Friedrich Schneider aus dem Jahr 2025 zeigt außerdem, dass sich Sanierungsförderungen auch volkswirtschaftlich rechnen: Für jeden Euro, den der Staat in die Förderung investiert, fließen rund zwei Euro in Form von Steuern und Sozialabgaben zurück. Darüber hinaus leistet die thermische Sanierung von Gebäuden einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele und zur Vermeidung möglicher Strafzahlungen.
Willkürliche Förderpolitik hemmt Konjunktur
Die Entwicklung der Förderpolitik für Gebäudesanierungen ist sehr stark schwankend. Was in den Jahren 2023 und 2024 unter dem Begriff „Sanierungsoffensive“ erfolgreich umgesetzt wurde, fand im vergangenen Jahr ein jähes Ende. Zunächst herrschte große Unsicherheit über Fortsetzung und Höhe der geplanten Förderungen, was zu einer Verschiebung vieler Sanierungsvorhaben führte. Im November 2025 konnte schließlich die Anmeldung zur Sanierungsoffensive 2026 gestartet werden, die sowohl den Heizkesseltausch als auch die thermische Gebäudesanierung berücksichtigte.
Unerwartet kam es jedoch zu einem Förderstopp für den Sanierungsbonus 2026: Bereits nach 32 offiziellen Tagen wurde die Förderung für die thermische Gebäudesanierung am 2. Februar 2026 eingestellt und zugunsten der Heizungsumstellung umgeschichtet. „Eine derart kurzfristige politische Vorgehensweise verunsichert den Markt und führt zu mangelnder Planungssicherheit. Wir sprechen uns klar für eine sinnvolle Kombination von Maßnahmen im und am Gebäude aus – diese gegeneinander auszuspielen ist wenig zielführend“, kommentiert Klinger die aktuelle Situation.
Erst die Gebäudehülle, dann die Heizung
„Seit Langem weisen wir darauf hin, dass es sinnvoll ist, zunächst die Gebäudehülle thermisch zu sanieren. In vielen Bestandsgebäuden ist eine thermische Sanierung die Voraussetzung für den Umstieg auf Niedertemperaturheizungen mit Wärmepumpe. Zudem ist das ‚Energy Efficiency First Principle‘ auch EU-rechtlich vorgesehen. In der Praxis reduziert sich der Energiebedarf und die notwendige Heizleistung deutlich. Erst danach sollte die Heizungsanlage angepasst oder erneuert werden – und zwar in der richtigen Dimensionierung. Es ergibt keinen Sinn, Energie zu verschwenden, selbst wenn sie aus erneuerbaren Quellen stammt. Oder anders gesagt: Auch mit erneuerbarer Energie sollte man keine Zelte heizen. Umso wichtiger ist daher eine verlässliche Fortsetzung der angekündigten Förderung für thermische Sanierungen bis 2030 – ohne erratische und kurzfristige Änderungen“, fordert Klinger.
Auf die Homepage von Internorm gelangen Sie über diesen Link.
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