25. August 2026

„Der Systemverkauf ist für mich der Beginn einer langfristigen Partnerschaft“

bauelemente bau im Gespräch mit Jens Eberhard, Aluprof Deutschland

Aluprof setzt mit Jens Eberhard auf einen erfahrenen Branchenmanager, der das Unternehmen in der DACH-Region strategisch weiterentwickeln und den Marktausbau vorantreiben soll. Foto: Aluprof

Mit Jens Eberhard hat Aluprof Deutschland einen neuen Geschäftsführer, der den Ausbau der Aktivitäten in der DACH-Region konsequent vorantreiben will. Der erfahrene Branchenkenner bringt Stationen aus Vertrieb, Marketing und Unternehmensführung mit und setzt auf Kundennähe, starke Partnerschaften sowie den Ausbau der Marke. Im Interview mit bauelemente bau spricht er über seine Wachstumsstrategie, die Rolle eines modernen Systemgebers, die Zusammenarbeit mit Verarbeitern und Architekten sowie die Potenziale eines breiten Aluminium-Systemportfolios für Fenster, Türen, Fassaden und Sonnenschutz.

Herr Eberhard, Sie übernehmen die Geschäftsführung von Aluprof Deutschland zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen seine Aktivitäten in der DACH-Region deutlich ausbauen möchte. Welche konkreten Ziele haben Sie sich für die ersten zwei Jahre gesetzt – und woran werden Sie Ihren Erfolg messen?

Für mich geht es in den ersten zwei Jahren zunächst darum, die organisatorischen Voraussetzungen für unser weiteres Wachstum zu schaffen. Ein wesentlicher Schritt ist, unsere drei Geschäftsbereiche Architectural Systems, Sun Shading und Extrusion in Deutschland stärker zusammenzuführen, eine leistungsfähige Organisationsstruktur aufzubauen und unser Team gezielt weiterzuentwickeln und zu verstärken. Parallel dazu wollen wir unser Marketing ausbauen, die Marke Aluprof im DACH-Markt sichtbarer machen und klarer positionieren. Gleichzeitig wollen wir bestehende Kundenbeziehungen weiterentwickeln, neue Kunden und Partner gewinnen und früher in relevante Projekte eingebunden werden – insbesondere durch eine intensivere Zusammenarbeit mit Architekten und Planern. Messen lassen möchte ich mich an konkreten Ergebnissen: an nachhaltigem und profitablem Wachstum, neuen und weiterentwickelten Kunden und Partnern, einer starken Projektpipeline, einer leistungsfähigen Organisation mit einem starken Team sowie an einer deutlich höheren Sichtbarkeit von Aluprof im DACH-Markt.

Sie kennen die Branche aus unterschiedlichen Perspektiven – unter anderem aus Ihren Stationen bei Oknoplast und Heim & Haus. Was hat Sie an der neuen Aufgabe bei Aluprof besonders gereizt?

Mich hat vor allem die Möglichkeit gereizt, bei Aluprof wirklich etwas aufzubauen, weiterzuentwickeln und die nächste Wachstumsphase in der DACH-Region aktiv mitzugestalten. Ich komme ursprünglich aus dem Handwerk, habe Holztechnik studiert und war anschließend in Technik, Vertrieb, Marketing, Strategie und Unternehmensführung tätig. Diese unterschiedlichen Perspektiven kann ich hier sehr gut zusammenführen. Besonders spannend finde ich den Wechsel zum Systemgeber. Wir setzen früher in der Wertschöpfungskette an und können gemeinsam mit unseren Partnern beeinflussen, welche Lösungen entstehen, wie wirtschaftlich sie gefertigt werden können und welche neuen Marktchancen sich daraus entwickeln. Für mich bedeutet das, Kunden nicht nur mit Systemen zu beliefern, sondern zu verstehen, wohin sie ihr Geschäft entwickeln möchten. Wenn wir gemeinsam neue Marktpotenziale identifizieren und daraus erfolgreiches Geschäft entwickeln, entsteht eine Partnerschaft mit echtem Mehrwert für beide Seiten. Genau diese Kombination aus industrieller Stärke, Wachstumspotenzial und unternehmerischem Gestaltungsspielraum hat mich an der Aufgabe besonders gereizt.

Wie unterscheidet sich die neue Aufgabe als Systemgeber von Ihren bisherigen Tätigkeiten – und wo liegen dabei die besonderen Herausforderungen?

Der wesentliche Unterschied liegt für mich in der Art der Verantwortung. Als Systemgeber verkaufen wir nicht nur ein konkretes Produkt, sondern entwickeln die technologische Basis, auf der unsere Partner ihre eigenen Produkte und Lösungen aufbauen. Damit haben wir direkten Einfluss auf deren Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Eine wichtige Gemeinsamkeit bleibt aber: Die grundlegenden Bedürfnisse der Kunden verändern sich nicht. Sie erwarten kompetente Betreuung, lösungsorientiertes Handeln, schnelle Reaktionszeiten und möglichst einfache, unkomplizierte Prozesse. Die Herausforderung als Systemgeber liegt in der komplexeren Wertschöpfungskette. Wir müssen die Anforderungen von Architekten und Planern ebenso verstehen wie die von Herstellern, Verarbeitern und Investoren. Genau darin liegt aber auch die Chance: früher anzusetzen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, Prozesse zu vereinfachen und neue Marktpotenziale zu erschließen.

Sie wollen die Vertriebsaktivitäten intensivieren und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit bestehenden Partnern ausbauen. Wie soll sich das Vertriebsmodell von Aluprof in Deutschland künftig verändern?

Wir sprechen nicht von einer grundlegenden Neuausrichtung, sondern von der nächsten Entwicklungsstufe einer bereits gut funktionierenden Organisation. Wir wollen noch näher am Markt und an unseren Kunden sein, bestehende Kunden systematisch weiterentwickeln und gleichzeitig einen stärkeren Fokus auf aktive Akquise und Neukundengewinnung legen. Ein wichtiger Schritt ist die stärkere Zusammenführung unserer drei Geschäftsbereiche Architectural Systems, Sun Shading und Extrusion. Die unterschiedlichen Kundenbeziehungen, Kompetenzen und Marktzugänge wollen wir stärker vernetzen, Synergien nutzen und gezielt Cross-Selling-Potenziale erschließen. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel von Vertrieb, technischem Support, Marketing sowie Projektgeschäft und Spezifikation. Persönliche Kundennähe, klare Verantwortlichkeiten und schnelle, zunehmend digitale Prozesse sollen die Zusammenarbeit mit Aluprof möglichst einfach machen. So können wir bestehende Kunden umfassender entwickeln, neue Kunden gewinnen und gemeinsam zusätzliche Marktpotenziale erschließen.

Das vollständige Interview mit Jens Eberhard lesen Sie in der kommenden Ausgabe von bauelemente bau, welche am 3. September erscheinen wird, auf den Seiten 8 und 9.

Mehr zu Aluprof Deutschland erfahren Sie über diesen Link.

 

Sie wollen regelmäßig über aktuelle Neuheiten und Entwicklungen informiert sein? Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter oder schließen ein Abonnement der Print- beziehungsweise der ePaper-Ausgabe von bauelemente bau ab.

Sie meinen, diese Meldung könnte auch für Ihre Kollegen von Interesse sein? Dann freuen wir uns über Ihre Weiterempfehlung!

Diese Nachricht teilen Facebook Logo Twitter/X Logo LinkedIn Logo Xing Logo Pinterest Logo



Das könnte Sie auch interessieren

29. Januar 2026

„Der Mix im Produktportfolio und in der Kundenstruktur hat uns sehr geholfen“

Ein regelmäßiger Besuch bei der Folgner GmbH im oberbayerischen Bad Aibling alle zwei bis drei Jahre steht fest in unserem Redaktions- und Reiseplan. Der Rollladen- und Sonnenschutzhersteller hat in den letzten Jahren viel in seine Produktion …

13. Oktober 2025

bb-Serie: Frischer Wind in der Fensterbranche…

Ab dem Jahr 2017 hatten wir über einen längeren Zeitraum in jeder Ausgabe einen Jung- beziehungsweise eine Jungunternehmerin in Form eines Interviews vorgestellt. Nun ist es an der Zeit, das damalige Format mit dem Titel „Frischer Wind in der …

24. August 2026

„Der Kern sind Rollladen- und Sonnenschutzbetriebe, stark präsent ist auch der Fensterbau“

Die R+T ist die Weltleitmesse für Rollladen, Tore und Sonnenschutz – aber wer kommt eigentlich? Und wen will die Messe 2027 besonders ansprechen? Rebecca Marquardt, Kommunikationsmanagerin der R+T, und Flora Sanislo, Managerin Neuproduktentwicklung bei …

zur Übersicht