01.02.2019

„Kohlenstoffneutral bis 2020 ist das Ziel"


bb im Gespräch mit Ralf Seufert und Dr. Werner Jager, Geschäftsführer Wicona.

„Kohlenstoffneutral bis 2020 ist das Ziel
v.r.: Dr. Werner Jager und Ralf Seufert. Foto: Wicona.


Schon seit vielen Jahren sieht sich das Systemhaus Wicona der Nachhaltigkeit verpflichtet. Mit Infinite Aluminium by Wicona erfolgt in dieser Sache jetzt ein entscheidender Schritt. Künftig sollen für die Produktion von Wicona-Profilen überwiegend aus ausgebauten Fenster- und Fassadenelementen gewonnene Aluminium-Schrotte eingesetzt werden. Die zur BAU erstmals vorgestellte Maßnahme ist eingebettet in ein Gesamtkonzept des Hydro-Konzerns, zu dem Wicona gehört. Damit wird die CO2-Neutralität der gesamten Gruppe bis 2020 angestrebt. Anlässlich der BAU sprachen wir mit Ralf Seufert, Vorsitzender der Geschäftsführung und Dr. Werner Jager, Geschäftsführer Technisches Marketing, über die Beweggründe und die Details des Umstellungsprozesses, der im Laufe des nächsten Jahres 80 Prozent des Portfolios erreicht.

Könnten Sie unseren Lesern kurz erklären, was sie sich unter Infinite Aluminium by Wicona vorzustellen haben?

Seufert: Wie der Name schon sagt, ist Aluminium unendlich oft recycelbar ohne dass es dabei zu Qualitätseinbußen kommt und wieder für die Produktion von Profilen verwendbar wird. Diese Möglichkeit wollen wir in Zukunft noch intensiver nutzen.

Aus welchem Grund sprechen Sie in diesem Zusammenhang nicht von Recycling?

Seufert: Unter Recycling von Aluminium wird in erster Linie die Wiederverwertung von Produktionsschrotten aus der Produktion beim Systemgeber sowie beim Metallbauer verstanden. Wir aber wollen nur Aluminium verwenden, das aus Fenster, Türen und Fassaden gewonnen wird, die am Ende ihres Lebenszyklus angekommen sind.

Was hat Sie veranlasst, diesen Schritt jetzt zu tun?

Jager: Der Hydro-Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, im Jahr 2020 kohlenstoffneutral zu sein. Recycling ist ein wichtiger Beitrag, um dieses Ziel zu erreichen. Wir streben für alle unsere Produkte die Cradle to Cradle Zertifizierung an. Den Schritt, den wir jetzt tun, wollten wir schon vor 20 Jahren umsetzen. Das Material, das wir dazu benötigt hätten, stand zum einen nicht in der benötigten Menge und auch nicht in der erforderlichen Reinheit zur Verfügung.

Seufert: Im Labor hatten die Recyclingprozesse funktioniert. Was fehlte war die Industrialisierung der Prozesse, um die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens zu gewährleisten. In 2018 haben wir erste Kleinserien gefahren und mit Wicline 75 Max eine erste Profilserie mit hohem Anteil an End-of-Life Aluminium auf den Markt gebracht.

Wie hoch ist der Anteil von wiederverwerteten Aluminium?

Jager: Wir streben einen Anteil von mindestens 75 Prozent an.

Mehr ist nicht möglich?

Jager: Doch, es sind auch bis zu 85 Prozent möglich. Darüber hinaus stoßen wir allerdings an technische Beschränkungen. Die restlichen 15 Prozent an frischem Aluminium benötigen wir, um den Pressvorgang stabil und die Abzugsgeschwindigkeiten hoch zu halten und Probleme mit den Oberflächen zu vermeiden.

Das komplette Interview lesen Sie in der am 7. Februar erscheinenden Print-Ausgabe von bauelemente bau.

Wicona können Sie virtuell über diesen Link erreichen.


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