9. November 2022

EPPA fordert Anreizprogramme für die Sanierung

Carsten Heuer: „Um die energetische Sanierung in Europa voran zu bringen, fordern wir die Initiierung eines Konjunkturprogramms.“ Foto: EPPA

Sowohl die geopolitische als auch die Energiekrise haben zu noch höheren Kosten basierend auf der Energieabhängigkeit Europas und der schlechten Energieeffizienz von Gebäuden geführt. Gebäude machen 40 Prozent unseres Energieverbrauchs in der EU aus, wovon der größte Teil für das Heizen verwendet wird. Somit sind energetische Renovierungen die einzige Lösung, um Bürger und Unternehmen dauerhaft vor Preiserhöhungen zu schützen.

Effiziente, energetische Sanierungen müssen durch wirksame Regelungen flankiert werden. Sich ausschließlich auf freiwillige Programme zu verlassen, hat bisher nicht funktioniert, da nur ein Prozent der EU-Gebäude jedes Jahr einer energetischen Renovierung unterzogen werden und die jährliche Rate umfassender Renovierungen in der EU nur 0,2 Prozent beträgt. EPPA hat daher zusammen mit anderen Interessenvertretern Anfang November ehrgeizigere Mindeststandards im Rahmen der überarbeiteten Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden gefordert.

Urban Mining noch unterentwickelt

Darüber hinaus enthalten aktuelle Gebäude einen Vorrat an wertvollen Materialien, die recycelt und bei der Herstellung neuer Bauprodukte verwendet werden sollten. Europäische Kunststoff-Fenstersystemgeber recyceln seit mehr als 20 Jahre alte Fenster und verwenden das recycelte Material für die Herstellung neue Kunststoff-Fenstersysteme. Demnach werden in diesem Kreislauf „vom Altprofil zum Neuprofil“ europaweit rund 200.000 Tonnen PVC-Rezyklat pro Jahr eingesetzt, was einem Recyclinganteil von 25 Prozent des in der europäischen Produktion eingesetzten PVC-Materials entspricht. Auf der Post-Consumer-Seite können diese Mengen erhöht werden, weshalb die EPPA zu einer massiven Sanierungskampagne aufruft.

Konjunkturprogramme eingefordert

„Daher fordern wir im Rahmen der Energieeinsparziele der EU und im Einklang mit den europäischen Förderbemühungen zur Erreichung der ‚Fit for 55‘-Ziele die Initiierung eines Konjunkturprogramms zum energieeffizienten Austausch von Altfenstern als Direktinvestitionszuschuss für Bauherren“, sagt Carsten Heuer, EPPA Vorsitzender.

Auf europäischer Ebene: Nationale Aufbau- und Resilienzpläne, der künftige Sozialklimafonds, der Europäische Fonds für regionale Entwicklung, der Kohäsionsfonds, der Modernisierungsfonds und der Fonds für einen gerechten Übergang können alle nationalen Renovierungsprogramme unterstützen.

Auf nationaler Ebene: In den letzten Jahren wurden zahlreiche Programme zur Unterstützung von Renovierungsarbeiten angekündigt, beispielsweise „MaPrimeRenov“ in Frankreich, Sanierungsbeihilfe in Österreich („Sanierungsscheck“), das Programm „New Green Savings“ in Tschechien oder der Superbonus in Italien.

Diese Mittel und Programme müssen auf die effizientesten, energetischen Renovierungsmaßnahmen wie den Austausch von Fenstern ausgerichtet sein, um das zweifache Ziel zu erreichen: Verringerung der CO2-Emissionen durch geringeren Energieverbrauch in Gebäuden und Senkung der Heizkosten für den Endverbraucher.

Mehr zur EPPA gibt es über diesen Link.

 

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